WHO rät dringend von Antikörper-Präparaten ab

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen für mehrere Antikörper-Präparate zur Corona-Behandlung zurückgezogen bzw. geändert. Warum und um welche Medikamente es sich handelt.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eine akute Corona-Infektion kann mit verschiedenen Antikörper-Präparaten gemildert werden. Diese wurden eigentlich für andere Krankheiten entwickelt, können jedoch auch gegen das Coronavirus helfen. Nun hat die WHO in einer neuen Leitlinie diverse Empfehlungen geändert.

Corona: WHO rät von zwei Antikörper-Präparaten ab

Nach Empfehlung der WHO sollen die Antikörper-Mittel Sotrovimab und Casirivimab-Imdevimab nicht mehr zur Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden. Neueste Laborstudien hätten gezeigt, dass diese Präparate wahrscheinlich nicht gegen die derzeit zirkulierenden Varianten wie Omikron wirkten, heißt es. Expert:innen hatten dies schon länger vermutet.

Die Antikörper dieser Mittel binden sich in der Regel alle an das Spike-Protein des Coronavirus. Mutationen sorgen für Veränderungen auf der Oberfläche, so dass einige Mittel völlig wirkungslos werden – wie jetzt Sotrovimab und Casirivimab-Imdevimab. Obwohl die Erkenntnisse auf In-vitro-Tests und nicht auf klinischen Studien beruhen, haben die Verantwortlichen der WHO ihre Empfehlungen für die beiden Präparate nun zurückgezogen.

Empfehlung der WHO für Remdesivir geändert

Zudem hat die WHO ihre Empfehlung für das antivirale Medikament Remdesivir angepasst, das eigentlich für den Einsatz gegen Hepatitis C entwickelt worden war. Bislang war es bei leichten Erkrankungen empfohlen worden. Dies wird nun erweitert, Remdesivir könne auch bei Patient:innen mit schwerem COVID-19-Verlauf eingesetzt werden.

Bei Personen mit kritischem Verlauf solle man jedoch darauf verzichten. Der Grund: In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass durch das Mittel weniger Menschen mit schwerem Verlauf sterben (13 Todesfälle weniger unter 1.000 Personen). Darüber hinaus mussten auch weniger Patient:innen beatmet werden. Wer sich allerdings schon in kritischem Zustand befindet und auf der Intensivstation beatmet werden muss, soll Remdesivir nicht erhalten, da in den Studien tendenziell mehr Todesfälle verzeichnet wurden.

WHO: Baricitinib in Kombination mit IL-6-Rezeptorblockern

Als drittes hat gibt es eine neue Empfehlung zum den Arthritis-Medikamenten Baricitinib, Tocilizumab und Sarilumab. Studien haben gezeigt, dass Baricitinib in Kombination mit einem der beiden IL-6-Rezeptorblockern Tocilizumab oder Sarilumab besser vor schweren Verläufen schützen kann. Bisher waren die drei Mittel nur alternativ empfohlen worden.

Obwohl die WHO ihre Empfehlungen für bestimmte Antikörper-Präparate zurückgezogen bzw. geändert hat, sind die Mittel generell für einen Einsatz gegen Corona geeignet – zumal die Entwicklung neuer Antikörper schnell vorangeht.