Vorsicht vor giftigem Ölkäfer! So verbreitet ist er in Deutschland

Der giftige Ölkäfer ist von schwarz-blauer bis violetter Farbe und zwischen April und Juni in ganz Deutschland unterwegs. Inwiefern stellt sein Gift eine Gefahr dar? Und worauf sollte man achten?

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Seine auffällige Farbe warnt die Fressfeinde schon von weitem: Denn der giftige Ölkäfer lässt nicht mit sich spaßen. Kommt ihm jemand zu nahe, verspritzt er sein Gift und kann damit auch dem Menschen gefährlich werden.

Der Ölkäfer scheidet das Nervengift Cantharidin aus

Der Schwarzblaue Ölkäfer signalisiert durch seine auffällige Farbe, dass man ihm besser vom Leib bleiben soll. Tut man das nicht, reagiert das Insekt mit dem Reiz- und Nervengift Cantharidin, das es über die Kniegelenke ausscheidet. Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) reicht die gesamte Dosis, die ein einziger Käfer verspritzen kann, aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Doch auch schon eine kleinere Dosis kann zu Beschwerden führen:

  • Rötungen, Blasen und Gewebeschäden bei Kontakt mit Haut oder Schleimhaut

  • Schmerzen, Schwellungen, Tränen und Lichtempfindlichkeit bei Kontakt mit den Augen

  • Magen-Darm-Probleme, Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen, Blutgerinnungs- sowie Kreislaufstörungen beim Verschlucken

Schlimmstenfalls kann das Gift ein Herz-Kreislauf-Versagen verursachen und zum Tod führen.

Ölkäfer eines der 10 giftigsten Tiere Deutschlands

Aufgrund der Blasenbildung auf der Haut wird der Ölkäfer auch Blasenkäfer oder wegen seines Vorkommens im Frühjahr Maiwurm genannt. Er zählt – unter anderem neben dem Ammen-Dornenfinger, dem Petermännchen, der Spitzmaus oder dem Feuersalamander – zu den 10 giftigsten Tieren in Deutschland.

Die Insekten werden etwa 35 Millimeter groß. Die Larven entwickeln sich am Boden, indem sie in den Nestern bestimmter Wildbienen überwintern und sich von Bieneneiern und Pollenvorrat ernähren. Zwischen März und Mai schlüpfen dann die Käfer. Diese bewegen sich in der Regel am Boden, an sandigen und offenen Stellen mit vielen Bienennestern. In Deutschland findet man sie an extensiv landwirtschaftlich genutzten Standorten wie Heiden, Trockenrasen und Streuobstwiesen.

Gift des Ölkäfers als Liebestrank

Schon im alten Ägypten nutze man das Nervengift des Ölkäfers – unter anderem sollte es auf Pflastern Wehen anregend wirken. Im antiken Griechenland wurde Cantharidin für Hinrichtungen und bis in die Neuzeit für Giftmorde genutzt. In Honig zubereitete Schwarzblaue Ölkäfer galten sogar als die Potenz fördernd und wurden als Liebestrank verabreicht, was wegen des starken Giftes allerdings oftmals fatale Folgen hatte.

Giftiger Ölkäfer auf der Roten Liste gefährdeter Arten

Obwohl ein Weibchen fünf- bis sechsmal im Abstand von ein bis zwei Wochen je 3.000 bis 9.500 Eier legen kann, zählt der Ölkäfer zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Laut NABU liegt das am Lebensraumverlust, aber auch am Straßenverkehr: „Da die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Tier sehr störungsanfällig ist, können schon kleine Veränderungen zu großen Ausfällen führen“, heißt es auf der Webseite des Umweltverbands.

Wie gefährlich ist der Kontakt mit dem giftigen Ölkäfer?

Das Insekt ist von Natur aus nicht angriffslustig. Daher sollte man dem Käfer einfach nicht zu nahe kommen, wenn man ihm unterwegs begegnet. Um wirklich etwas von dem Gift abzubekommen, müsste man den Ölkäfer extrem reizen und dann mit den Händen Haut oder Augen berühren bzw. sich die Finger ablecken. Laut NABU sind auch Hunde eher wenig gefährdet, da die Insekten bei Störungen ein stark riechendes Sekret ausscheiden, das abschreckend wirkt.

Ist es aber doch zu einem Kontakt gekommen, empfiehlt die Giftzentrale, Haut oder Augen umgehend mit Wasser zu spülen. Zudem sollte man ein Giftinformationszentrum kontaktieren, um die Gefährdung einzuschätzen. Kommt es zu Kreislauf- oder Bewusstseinsstörungen, sollte man sofort einen Krankenwagen rufen.

Die Begegnung mit einem giftigen Ölkäfer muss also nicht, kann aber gefährlich werden – deswegen ist Vorsicht angebracht.