Verschleimte Bronchien: Ursachen und Tipps gegen festsitzenden Schleim

Vor allem bei Atemwegsinfekten kommt es zu verschleimten Bronchien. Doch was ist, wenn der Schleim festsitzt und sich nicht lösen lässt? Und was hilft, um ständig verschleimte Bronchien wieder freizubekommen?

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Zähflüssiger Schleim läuft den Rachen herunter, beim Einatmen ist ein pfeifendes Geräusch zu hören – so fühlt sich es sich für manche an, wenn sie unter verschleimten Bronchien leiden. Sie müssen ständig husten, manchmal sogar kräftig, damit sich der Schleim löst und in den Mund-Rachenraum gelangt, von wo aus er ausgespuckt werden kann. Doch manchmal will der Schleim in den Bronchien einfach nicht raus, sondern sitzt fest. Welche Ursachen hinter verschleimten Bronchien stecken und was dagegen hilft.

Bronchien sind verschleimt: Was bedeutet das?

Wenn die Bronchien verschleimt sind, deutet dies in der Regel darauf hin, dass die Bronchien entzündet sind – und auf Hochtouren arbeiten, um den Krankheitserregern den Kampf anzusagen. Schleim kann also ein gutes Zeichen sein und eine schützende und reinigende Funktion haben. Auch wenn Fremdpartikel wie Staub oder Allergene in die Bronchien gelangen, ist die Schleimbildung der Weg, die Eindringlinge wieder loszuwerden.

Dennoch kann die Schleimbildung in den Bronchien unangenehm und lästig sein für Betroffene – vor allem, wenn er sich festsetzt und sich trotz kräftigem Husten nicht lösen lässt.

Verschleimte Bronchien treten selten alleine auf!

Je nach Ursache der verschleimten Bronchien können weitere Beschwerden bestehen. Typisch sind eine verschnupfte Nase, Halsschmerzen und Fieber. Auch Kopfschmerzen und schmerzhafte Glieder können auftreten.

Verschleimte Bronchien: Symptome deuten oftmals auf Bronchitis hin

Wenn die Bronchien verschleimt sind, ist der häufigste Auslöser eine akute Bronchitis. Bei dieser Atemwegserkrankung, die meistens durch Viren ausgelöst wird, sind die Bronchien entzündet. Zu Beginn ist der Husten noch trocken und entwickelt sich im weiteren Krankheitsverlauf zu einem produktiven Husten, bei dem zähflüssiger und weißlicher Schleim ausgeworfen wird – die Bronchien sind dann verschleimt.

Wenn es zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommt, bei der neben Viren zusätzlich Bakterien die angeschlagenen Bronchien angreifen, wird der Auswurf gelblich oder nimmt eine grünliche Farbe an. Das kommt bei etwas fünf bis zehn Prozent der Betroffenen vor.

Roter Schleim wird nur ausgespuckt, wenn die bronchialen Schleimhäute – zum Beispiel durch ständiges Husten – geschädigt sind.

Verschleimte Bronchien ohne Husten kommt selten vor

Die Bronchien sind verschleimt ohne Husten und Auswurf? Bei einer akuten Bronchitis kommt dies eher selten vor. Nach Angaben des Verbands Pneumologischer Kliniken e.V. ist in diesem Fällen mit einer Genesung innerhalb von acht bis zehn Tagen zu rechnen. Doch verschleimte Bronchien ohne Husten treten äußerst selten auf, weil der Husten ein nützliches „Werkzeug“ ist, um den Schleim nach draußen zu befördern.

Ständig verschleimte Bronchien: Chronische Bronchitis als Auslöser

Bei einer chronischen Bronchitis sind – wie der Name schon vermuten lässt – die Bronchien dauerhaft entzündet. Infolgedessen kommt es zu ständig verschleimten Bronchien mit Husten und Auswurf. Der Definition der Weltgesundheitsorganisation zufolge kann von dieser Erkrankung gesprochen werden, wenn sie mindestens drei Monate im Jahr in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt. Ist dies der Fall, begleitet die Bronchitis Betroffene bisweilen ein Leben lang.

Neben dieser einfachen chronischen Bronchitis kann sich auch eine sogenannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB) entwickeln, die ebenfalls mit zähem Schleim einhergeht. Bei der COB sind die bronchialen Schleimhäute angeschwollen und verengt („Obstruktion“ steht für Verengung), wodurch die Atmung erschwert ist. Dies betrifft etwa 20 Prozent der Menschen, die an einer einfachen chronischen Bronchitis leiden, wie der Verband Pneumologischer Kliniken e.V. mitteilt.

Verschleimte Bronchien ohne Erkältung oder Bronchitis

Wenn sich Schleim in den Bronchien sammelt, muss nicht immer eine Atemwegserkrankung hinter den Beschwerden stecken. Auch Menschen, die an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma bronchiale leiden, kennen verschleimte Bronchien. Darüber hinaus kommt die seltene Erbkrankheit Cystische Fibrose (Mukoviszidose) als Auslöser für eine Verschleimung der Bronchien infrage.

Verschleimte Bronchien durch COPD

Eine chronisch-obstruktive Bronchitis kann sich auch auf die Lunge auswirken. Dann sprechen Mediziner:innen von einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die umgangssprachlich auch Raucherhusten genannt wird. Verschleimte Bronchien gehören für Betroffene leider zum Alltag dazu. Wenn sich die Krankheit verschlechtert, kann auch der Husten stärker werden, weil die Atemwege alles dafür tun, den Schleim abzustoßen.

Verschleimte Bronchien durch Asthma bronchiale

Die unteren Atemwege, genauer gesagt die Bronchien, sind bei Asthmatiker:innen ständig entzündet und in Alarmbereitschaft. Die Folge: Die bronchialen Schleimhäute vergrößern sich und produzieren vermehrt zähen Schleim, der sich selbst durch kräftiges Husten nicht lösen und abhusten lässt. Beim Atmen kann ein pfeifendes Geräusch zu hören sein.

Die Symptome treten mal stark, mal weniger stark auf. Besonders nachts oder am frühen Morgen leiden Betroffene vermehrt unter Asthma-Anfällen.

Äußere Faktoren können die Beschwerden verstärken, beispielsweise Allergene wie Pollen oder Tierhaare bei allergischem Asthma oder auch körperliche oder psychische Belastung.

Bronchien sind verschleimt, Atemnot tritt auf: Woran liegt das?

Atemnot bei verschleimten Bronchien kann bei Menschen mit Asthma auftreten. Dies liegt an den verengten Bronchien, durch die die Luft zum Atmen nur noch erschwert strömen kann. Betroffene atmen dann oftmals schneller, begleitet von einem Engegefühl in der Brust und der Angst, keine Luft mehr zu bekommen. Viele berichten davon, dass sich das Atmen so anfühlt, als wenn man durch einen Strohhalm versucht, Luft zu holen.

Die Atemnot kann auch bei der COPD auftreten. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass die Krankheit plötzlich fortschreitet. Wichtig ist es dann, sich an eine:n Ärztin zu wenden, um die Symptome abzuklären. Bei einer sehr unerwarteten Verschlechterung zögern Sie nicht, den Notarzt unter 112 zu rufen.

Festsitzender Schleim in den Bronchien: Wann zum Arzt?

Wichtig ist, bei verschleimten Bronchien keine Selbstdiagnose zu stellen, sondern sich in ärztliche Behandlung zu geben. Vor allem ist ein Arztbesuch angeraten, wenn Schmerzen hinter dem Brustbein, Fieber und blutiger oder grünlicher Auswurf auftreten. Verfärbter Auswurf kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten, bei der Antibiotika verschrieben werden.

Auch wenn der Husten und der festsitzende Schleim in den Bronchien mehrere Wochen andauern oder sich gar verschlimmern, sollte die Ursache und Behandlung ärztlich abgeklärt werden.

Behandlung von verschleimten Bronchien

Die ärztliche Behandlung richtet sich immer nach der Ursache der Beschwerden. Wenn die Erkrankung, beispielsweise eine Bronchitis, abgeklungen ist, nimmt die Schleimproduktion allmählich ab.

Helfen können auf jeden Fall Mittel, die festsitzenden Schleim lösen können, deshalb werden sie auch „Schleimlöser“ genannt. Diese Medikamente, häufig auf pflanzlicher Basis, machen den Schleim flüssiger, sodass er besser abgehustet werden kann. Mögliche Wirkstoffe, die bei verschleimten Bronchien Wirkung zeigen, sind zum Beispiel Ambroxol oder Bromhexin. Auch Acetylcystein (ASS) kann eingesetzt werden, allerdings sollte dieses Mittel nur nach ärztlicher Absprache eingenommen werden.

Alternativ gibt es noch pflanzliche Präparate wie zum Beispiel die Arzneimittelpflanze Kapland-Pelargonie.

Hustenstiller bei verschleimten Bronchien: Das sollten Sie beachten

Die Verlockung ist groß, sich Hustenstiller aus der Apotheke zu besorgen, damit die Hustenanfälle und somit auch der schleimige Auswurf weniger werden. Tatsächlich helfen diese Medikamente. Dennoch sind Hustenstiller nicht immer gut, weil sie die Atemwege dabei hemmen, den Schleim in den Bronchien abzuhusten. Sollte der Husten allerdings nachts den Schlaf rauben, können die Arzneimittel sinnvoll sein und vor der Nachtruhe eingenommen werden.

Darüber hinaus gibt es noch bronchienerweiternde Medikamente, durch die der der Schleim durch die vergrößerten Atemwege besser nach oben befördert werden kann. Diese Medikamente werden zum Beispiel bei Asthma oder COPD angewendet. Betroffenen dieser Erkrankungen stehen noch weitere Arzneimittel zur Verfügung, um die gereizten Atemwege zu behandeln, zum Beispiel Kortison.

Festsitzenden Schleim in den Bronchien lösen mit natürlichen Mitteln

Die Naturapotheke hält einige Heilkräuter-Schätze bereit, die den Genesungsprozess von verschleimten Bronchien unterstützen. Als natürliche Schleimlöser gelten zum Beispiel Eukalyptus, Salbei, Minze und Andorn. Auch Anis, Primel, Lindenblüten und Thymian sind dafür bekannt, beim Abtransport des festsitzenden Schleims zu helfen.

Wohltuend ist zum Beispiel ein Kräutertee auf Basis der genannten Heilpflanzen. Am besten etwa Honig in den Tee einrühren, weil dieses süße Lebensmittel antibakterielle Eigenschaften mit sich bringt – und somit die Symptome in den Atemwegen etwas lindern kann.

Verschleimte Bronchien: Tipps und Maßnahmen, die den gereizten Atemwegen guttun

Neben Medikamenten und Heilkräutern gibt es noch weitere Maßnahmen, die bei verschleimten Bronchien helfen können:

  • Viel zu trinken ist wichtig, um den Schleim flüssiger zu machen, sodass er besser abtransportiert werden kann. Mindestens 1,5 Liter Wasser und Kräutertees sind empfehlenswert.

  • Inhalieren Sie über einer Schüssel mit heißem Wasser. In das Wasser können Sie Salzlösungen oder ein bis zwei Tropfen ätherische Öle wie Eukalyptus- und Teebaumöl hinzugeben. Wichtig: Kinder unter drei Jahren sollten nicht mit ätherischen Ölen in Kontakt kommen.

  • Bei einer Verkrampfung der Bronchien können feuchte Brustwickel für Entspannung in der Bronchialmuskulatur sorgen. Bringen Sie dafür Wasser zum Kochen, einige Minuten abwarten und dann ein Handtuch hineingeben. Handtuch auswringen und auf die Brust legen. Tipp: Testen Sie die Tuch-Temperatur zuvor am Handgelenk – der Wickel sollte angenehm heiß sein.

  • Vor allem im Winter kann die Raumluft durch wenig Lüften und viel Heizen trocken werden. Die Folge: Die Schleimhäute können austrocknen und sind so anfälliger für Krankheitserreger. Achten Sie daher in Räumen auf eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent (besser zwischen 45 und 55 Prozent) hat. Hilfreich kann ein Hydrometer sein, um die Luftfeuchtigkeit zu messen.

  • Leichte Bewegung an der frischen Luft – am besten in der Natur – ist nicht nur eine Wohltat für die Seele. Ein Spaziergang im Freien kann dazu beitragen, die Atemwege feucht zu halten. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie sich nicht überanstrengen – denn das kann einen Infekt noch verschlimmern.

Um verschleimte Bronchien vom Sekret zu befreien, kann auch Rotlicht helfen – hier sollten Sie allerdings vorsichtig sein, da Rotlicht die Augenlider schädigen kann.

Quellen:

Akute Bronchitis, in: gesundheitsinformation.de

Was ist eine akute Bronchitis?, in: lungenaerzte-im-netz.de

Was ist Asthma?, in: lungenaerzte-im-netz.de

Asthma: Symptome, Formen, Entstehung, in: lungeninformationsdienst.de

Akute Bronchitis, in: daab.de

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), in: gesundheitsinformation.de