Trockene Haut im Alter: Hausmittel und Pflegetipps für reife Haut

Spröde und trockene Haut im Alter haben viele Menschen – es gehört zum Alterungsprozess dazu, dass sich die Haut verändert, nicht mehr so belastbar ist wie in jungen Jahren und immer trockener wird. Warum es wichtig ist, die trockene Haut im Alter zu pflegen und welche Hausmittel sich dafür eignen.

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An der Haut lässt sich der menschliche Alterungsprozess am besten erkennen: Mit der Zeit bekommen wir mehr Falten, die Haut wird spröder, trockener und spannt. Die Hautalterung lässt sich zwar nicht aufhalten, aber mit der richtigen Pflege etwas verlangsamen. Zudem gibt es auch medizinische Gründe dafür, trockene Haut im Alter größere Aufmerksamkeit zu schenken.

Trockene Haut im Alter durch erhöhten pH-Wert

Bei der Entstehung von trockener Altershaut spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle. Dieser verändert sich im Laufe des Lebens: Bis zum 60. Lebensjahr liegt der pH-Wert zwischen 4,8 und 5,5 – die Haut ist leicht-sauer. Dieses säuerliche Milieu ist den Talg- und Schweißdrüsen auf der Haut zu verdanken, die einen Säureschutzmantel bilden und die Haut so vor Krankheitserregern schützen. Zudem sorgt der Säureschutzmantel dafür, die Hautfeuchtigkeit zu regulieren.

Doch mit einem höheren Lebensalter, ab ca. 60 Jahren, steigt der pH-Wert an. Der Säuregehalt und somit der Schutz nehmen ab, wodurch die natürliche Hautbarriere durchlässiger für Bakterien und Pilze wird. Die Haut wird immer trockener, weil sie den Fett- und Feuchtigkeitsfilm nicht mehr von alleine aufrechterhalten kann – spätestens dann ist es höchste Zeit, die Haut regelmäßig zu pflegen.  

Frau cremt ihre trockene Haut im Alter ein
Trockene Haut im Alter bedarf besonderer Pflege, weil Altershaut anfälliger für Ekzeme und andere Hautkrankheiten ist Foto: iStock/gorodenkoff
So altert die Haut

Die Hautalterung ist ein natürlicher Prozess und genetisch vorbestimmt. Bereits ab dem 25. Lebensjahr fängt die Haut an, weniger widerstandsfähiger zu werden. Mit der Zeit verringern sich die Talg- und Schweißdrüsen, die Haut büßt an Elastizität ein und wird trockener. Ab 50 Jahren bekommen viele Menschen Altersflecken, die Haut braucht länger, um sich zu regenerieren, und wird weniger durchblutet. Zudem wird die Haut dünner, sodass sich kleine Äderchen abzeichnen.

Trockene Haut im Alter pflegen: Deswegen ist es so wichtig

Je trockener die Haut ist, desto schneller entstehen Falten im Gesicht, am Hals oder Dekolletee. Das allein kann schon Grund genug für viele sein, ihrer Haut genügend Feuchtigkeit von außen zuzuführen – nicht erst im Alter, sondern auch schon weit davor.

Doch nicht nur aus ästhetischen Gründen ist es sinnvoll, seine Haut im Alter zu pflegen; auch gesundheitliche Aspekte sprechen dafür. Durch die alterungsbedingte Hauttrockenheit ist sie zusehens geschwächt und somit anfälliger für schädliche Reize: UV-Sonnenstrahlen und Nikotin können die empfindlich gewordene Haut stärker angreifen. Auch zu viel Stress, Alkohol, ungesunde Ernährung und Flüssigkeitsmangel hinterlassen jetzt deutlicher ihre Spuren.

Medikamente wie zum Beispiel Diuretika und Betablocker bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ebenfalls die Haut weiter austrocknen. Nimmt die Haut Schaden, ist es für Krankheitserreger leichter, die Hautbarriere zu überwinden und Infektionskrankheiten wie beispielsweise Ekzeme auszulösen.

Ein weiterer Grund für die Pflege von Altershaut ist, dass trockene Haut oftmals mit Juckreiz einhergeht. Kratzen führt zu Verletzungen, die sich entzünden können – eine Gesundheitsgefahr vor allem für Diabeter:innen, da Wunden bei ihnen nur schlecht verheilen und oft nässen. Wer seiner Haut allerdings die nötige Aufmerksamkeit schenkt, lindert den Juckreiz und beugt mögliche Komplikationen vor.

Trockene Haut im Alter: Tipps für die Pflegeroutine

In Drogerien und Apotheken gibt es unzählige Pflegeprodukte für die Haut. Deswegen ist es gar nicht so einfach, das passende Mittel für trockene Altershaut auszuwählen.

Wichtig ist, dass Pflegeprodukte für die Haut rückfettend sind, damit die natürliche Schutzschicht der Haut unterstützt wird. Am besten funktioniert das mit sogenannten Wasser-in-Öl-Emulsionen (W/O-Emulsionen), die beim Eincremen einen leichten Fettfilm auf der Haut hinterlassen und so Trockenheit entgegenwirken.

Darüber hinaus sollte bei der Wahl der richtigen Pflegeprodukte auf diese Punkte geachtet werden:

  • Glyzerin und Harnstoff (Urea) sollten enthalten sein (jeweils zu mindestens 5 Prozent). Auch milchsäurehaltige Produkte sind empfehlenswert bei trockener Haut.

  • Verwenden Sie tensidfreie Produkte, da Tenside die Hautbarriere angreifen und sie durchlässiger für äußere Einflüsse machen.

  • Achten Sie darauf, dass keine Duft- und Farbstoffe oder Alkohole enthalten sind.

  • Greifen Sie lieber zur seifenfreien und pH-neutralen (5,5) Waschlotion anstatt zu Kernseife.

Zudem ist es wichtig, dass Sie für die tägliche Reinigung nur lauwarmes Wasser verwenden – heiße Temperaturen setzen der Haut noch mehr zu und trocknen sie aus. Vollbäder sollten nicht länger als 15 Minuten dauern.

Bei Vollbädern können Sie diese ätherischen Öle mit ins Wasser geben:

  • Jojobaöl

  • Mandelöl

  • Rosmarinöl

  • Teebaumöl

Auch viele Pflegeprodukte für trockene Haut beinhalten diese Öle.

Trockene Haut im Alter: Wie oft eincremen?

Wer nur hin und wieder seine Haut eincremt, sollte unbedingt eine gewisse Regelmäßigkeit in seine Pflegeroutine bringen. Nur so können Sie die Hautbarriere richtig unterstützen. Cremen Sie Ihr Gesicht am besten morgens und abends nach der Reinigung mit einer fettreichen Gesichtscreme ein. Wenn Sie täglich duschen oder baden, sollte der Körper von Kopf bis Fuß immer direkt danach eingecremt werden. Ist die Haut sehr trocken, können Sie mehrmals täglich zur Lotion greifen. Hilfreich ist es, wenn Sie Ihren Hauttyp beim Dermatologen bestimmen lassen, um die richtige Creme auszuwählen.

Trockene Haut im Alter: 5 Hausmittel für die Hautpflege

Auch wenn die Haut im Alter zu Trockenheit neigt – mit der richtigen Pflegeroutine und einigen Verhaltensregeln können Sie selbst viel dafür tun, um die Altershaut zu stärken, sie mit Feuchtigkeit zu versorgen und zu schützen. Pflegende Cremes bilden dafür die Grundlage der Hautpflege; Hausmittel können ergänzend eingesetzt werden.

Diese Hausmittel verwenden viele Menschen bei trockener Haut im Alter als Maske auf Gesicht, Hals und Dekolleté – auch an Händen und Füßen können die Lebensmittel wohltuend wirken:

  1. Honig beruhigt strapazierte Haut und wirkt entzündungshemmend.

  2. Quark wirkt kühlend und beruhigend, lindert Spannungsgefühle.

  3. Avocado entspannt die Haut und spendet Feuchtigkeit.

  4. Olivenöl ist feuchtigkeitsspendend und sorgt für geschmeidige Haut.

  5. Kokosöl hat einen beruhigenden Effekt und wirkt als Feuchtigkeitsspender.

Wichtig: Haben Sie Allergien oder Neurodermitis, sollte die Anwendung von Hausmitteln und ätherischen Ölen vorher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprochen werden. Sehr empfindliche Haut kann bei pflanzlichen Wirkstoffen allergisch reagieren, wie die Deutsche Haut- und Allergiehilfe mitteilt. Das gilt vor allem für Kamille, Ringelblume, Arnika und Bienenwachs.

Ernährung bei trockener Haut im Alter

Nicht nur die richtige Pflege ist wichtig bei reifer Haut; auch was wir essen und wie viel wir trinken, hat einen Einfluss auf die Hautgesundheit.

Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge am Tag, um trockener Haut vorzubeugen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Senior:innen, 1,5 Liter täglich zu trinken. Am besten geeignet sind Wasser, ungesüßte Krauter- und Früchtetee und Saftschorlen (3/4 Wasser und ¼ Saft).

Auch Vitamin-A-Mangel kann trockene Haut zur Folge haben. Daher sollte darauf geachtet werden, Vitamin-A-reiche Lebensmittel zu sich zu nehmen. Dazu zählen zum Beispiel Eier, Milch, Milchprodukte wie Camembert, Fisch (z.B. Aal, Makrele oder Thunfisch), Gemüse wie Spinat, rote Paprika, Kürbis und Karotten sowie Obst, darunter Aprikosen und Honigmelone.

Sonnenschutz ist wichtig bei trockener Haut im Alter

In jedem Lebensalter ist es wichtig, seine Haut vor starker UV-Strahlung zu schützen – das gilt besonders für Baby- und Kinderhaut, aber auch für reife Haut. Dermatolog:innen empfehlen Menschen ab 65 Jahren, täglich Sonnencreme zu benutzen, die Haut sensibler ist und es deshalb schnell zu einem Sonnenbrand kommen kann. Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens 15 bis 20 betragen. Auch bei bedecktem Himmel ist es wichtig, Sonnencreme zu benutzen; am besten eine halbe Stunde vorher, bevor Sie rausgehen.

Neben der richtigen Pflegeroutine und Ernährung ist Sonnenschutz ein wichtiger Faktor, um die Hautgesundheit zu bewahren. Auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol wirkt sich positiv auf trockene Haut im Alter aus.

Quellen:

Hautpflege, in: dha-hautpflege.de

Trockene Altershaut bedarf intensiver Pflege, in: aerztezeitung.de

Pflege alter Haut, in: deutsche-apotheker-zeitung.de

Trinken im Alter, in: fitimalter-dge.de

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A, in: dge.de