Sprunggelenkschmerzen: Das kann dahinterstecken

Stehen, gehen, laufen: Das Sprunggelenk ist das Gelenk, das am stärksten beansprucht wird. Sprunggelenkschmerzen können deswegen die Lebensqualität stark einschränken. Wenn Schmerzen im Gelenk am Fuß auftreten, gilt es, schnell den Grund herauszufinden.

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Es gibt viele verschiedene Ursachen für Sprunggelenkschmerzen. So kann es sich zum Beispiel um eine Verletzung, aber auch um eine Entzündung handeln. Erfahren Sie, was dahinterstecken kann und wie Sie die Schmerzen wieder loswerden.

Sprunggelenkschmerzen: Aufbau des Gelenks

Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel und den Fuß. Es wird in oberes und unteres Sprunggelenk unterteilt. Wenn vom Sprunggelenk die Rede ist, ist meist das obere Sprunggelenk gemeint, das auch als Fußknöchel bezeichnet wird. Es bildet sich aus 3 Knochen:

  • Unterschenkel

  • Schien- und Wadenbein

  • Sprungbein

Dieses komplexe Gebilde wird von zahlreichen Bändern zusammengehalten und sorgt für die Beweglichkeit nach oben und unten.

Das untere Sprunggelenk gehört zum Fuß und umfasst die Fersenregion sowie den Fußrücken, auch Rist genannt, sowie einer Vielzahl von Bändern. Es ermöglicht die seitlichen Kippbewegungen und ist noch komplexer und daher verletzungsanfälliger als das obere Sprunggelenk. Zusammen machen beide Gelenke die Gehbewegung möglich, sie sorgen für das Abrollen des Fußes, aber auch für das Drehen und seitliche Anheben der Fußränder. Das Sprunggelenk muss das Vier- bis Fünffache des Körpergewichts tragen.

Darstellung des Sprunggelenks
Foto: PraxisVita/Vivian Mule

Im Sprunggelenk Schmerzen? Es könnte ein Bruch oder Bänderriss sein

Wenn im Fuß die Sprunggelenke schmerzen, könnte es die Folge eines Unfalls oder einer Verletzung durch Umknicken sein. Vor allem beim Sport kommt dies häufiger vor, etwa bei Ballsportarten mit schnellen Lauf- und Springbewegungen wie Fußball, Volleyball oder Tennis. Dabei kann es zu einem Bruch (Fraktur) eines der Knochen des oberen Sprunggelenks oder einem Bänderriss kommen.

In beiden Fällen ist das Auftreten kaum noch oder nicht mehr möglich. Dann sollte umgehend ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden, um die richtige Behandlung in die Wege zu leiten.

Bei Fußgelenkschmerzen ist oft eine Verstauchung schuld

Treten Sprunggelenkschmerzen beim Auftreten auf, kann es sich auch um eine Verstauchung handeln. Dabei sind die Bänder – ebenfalls durch Umknicken oder Verdrehen des Gelenks – überdehnt oder verletzt worden. Die Verstauchung macht sich direkt durch stechende Schmerzen und eine Schwellung des Fußes bemerkbar, das Auftreten ist aber noch möglich.

Zur schnellen Linderung sollte man die sogenannte PECH-Regel befolgen:

  1. Pause – keine Belastung

  2. Eis – das Gelenk kühlen

  3. Compression – durch Verband oder Bandage, um die Schwellung zu stoppen

  4. Hochlagern – am besten über Herzhöhe

Sprunggelenk: Schmerzen durch Überlastung der Achillessehne (Achillodynie)

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Körpers und muss beim Laufen ein Vielfaches des Körpergewichts tragen. Sie ist für die Kraftübertragung von der Wadenmuskulatur auf den Fuß zuständig, indem sie das Abstoßen des Fußes beim Gehen und Laufen ermöglicht. 

Kommt es im Fuß neben Schmerzen im Gelenk auch zu Überwärmung und einer Schwellung, ist vielleicht die Achillessehne betroffen. In der Fachsprache wird dieses Schmerzsyndrom Achillodynie genannt.

Bei einer Achillodynie ist die Sehne gereizt und kann sich entzünden, wenn man nicht rechtzeitig eingreift. Dies geschieht meist durch Überlastung, zum Beispiel nach intensivem Sport. Aber auch Übergewicht kann schuld sein.

Fuß-Gelenk-Schmerz beim Stehen: Fehlstellung möglich

Auch eine Fehlstellung des Fußes kann zu Schmerzen im Sprunggelenk führen:

  • Beim Knick-Senkfuß ist das Fußgewölbe abgesenkt. Dadurch knickt der Fuß nach innen, was zu einer Überlastung des Innenknöchels führt.

  • Beim Hohlfuß biegt sich das Sprungbein nach außen, was zu Sprunggelenkschmerzen im Innenbereich führt.

Beide Fehlstellungen können durch die lokale Überlastung zu Arthrose führen und das Gelenk dauerhaft schädigen.

Sprunggelenk-Schmerzen beim Gehen oder Joggen: Sprunggelenksarthrose

Schmerzen der Gelenke in Hand und Fuß können auf eine Arthrose hindeuten. Auch steife Gelenke im Fuß am Morgen – die sogenannte Morgensteifigkeit – sind ein Anzeichen für eine Arthrose. Diese kann durch dauerhafte Überbelastung entstehen, beispielsweise durch Übergewicht, eine Fehlstellung oder nach einem Bruch, wenn der Knorpel zwischen den Knochen nach und nach abgerieben wird.

Oftmals führen auch Entzündungen zu einer Sprunggelenksarthrose, hervorgerufen zum Beispiel durch Krankheiten wie:

  • Rheuma

  • Gicht

  • Stoffwechselstörungen

Eine Sprunggelenksarthrose verläuft schleichend. Meist kommt es erst zu morgendlichen Schmerzen, die wieder vergehen, aber dann vor allem bei Belastungen wie Gehen oder Joggen immer öfter wiederkehren. Später können auch Knack- und Knirschgeräusche dazukommen, die Schmerzen treten dann auch im Ruhezustand auf.

Gelenkentzündung im Fuß bei Sprunggelenksarthritis

Bei Arthritis handelt es sich im Gegensatz zur Arthrose nicht um Verschleiß, sondern um eine Entzündung des Sprunggelenks. Die Gelenkschmerzen treten plötzlich auf und machen sich durch Bewegungseinschränkungen und einen Gelenkerguss sowie Schwellungen, Rötungen und Erwärmung bemerkbar. Meist sind Bakterien oder Viren Auslöser der Arthritis, aber auch andere Erkrankungen können dazu führen. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sie den Knorpel schnell zerstören und das Gelenk schädigen.

Fuß-Gelenke schmerzen bei Ruhe: Sind es eingeklemmte Nerven?

Hat man im Fuß vom großen Zeh bis zum Gelenk Schmerzen, sind möglicherweise Nerven eingeklemmt. Beim sogenannten Nervenkompressionssyndrom werden Nerven unter der Haut gedrückt oder gequetscht – schuld sind meist horizontal am Sprunggelenk verlaufende Bänder, die den Tarsaltunnel bilden, einen engen Durchgang für Nerven und Blutgefäße. Die Bänder drücken, zum Beispiel durch eine Schwellung aufgrund einer Verletzung, auf die Nerven. Dadurch können brennende, stechende oder auch dumpfe Schmerzen entstehen.

Bei Sprunggelenk-Schmerzen: Wann zum Arzt?

Bei einer schmerzhaften Verletzung wie einer Fraktur oder einem Bänderriss muss man sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, um den Schaden schnell zu beheben. Eine Zerrung bzw. Verstauchung sollte bei länger anhaltenden oder stärker werdenden Schmerzen ebenfalls behandelt werden.

Gibt es keine erkennbaren Gründe für die Schmerzen, kann erstmal eine einfache Überlastung zugrunde liegen – dann sollte das Gelenk geschont werden, auch ein paar Kilo abzunehmen, könnte eventuell helfen. Halten die Schmerzen jedoch an und/oder werden stärker, ist ein Arztbesuch notwendig: Es könnte eine beginnende Arthrose, eine Arthritis, aber auch eine Fehlstellung oder eine andere – auf den ersten Blick nicht erkennbare – Ursache dahinterstecken.

Sprunggelenk-Schmerzen: Was hilft?

Was bei Sprunggelenkschmerzen hilft, ist ganz verschieden – die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Nach einer eingehenden Untersuchung, auch mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), wird eine Diagnose gestellt, aufgrund derer die richtige Behandlung eingeleitet werden kann:

  • Bei einer Fraktur oder einem Bänderriss muss man sich möglicherweise einer Operation unterziehen.

  • Bei einer Zerrung bzw. Verstauchung kann man die oben genannte PECH-Regel anwenden, eventuell wird das Gelenk durch einen Verband ruhiggestellt.

  • Bei anderen Ursachen wie Sprunggelenksarthrose oder -arthritis, Schmerzen durch Rheuma oder Gicht oder bei einer Fehlstellung verordnet man in der Regel beispielweise schmerz- oder entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika, Physiotherapie oder auch eine Ernährungsumstellung – je nach Ursache.

  • Auch orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen oder eine Sprunggelenksorthese/-bandage zur Ruhigstellung und Stabilisierung werden gegebenenfalls verschrieben.

In jedem Fall ist es wichtig, die Sprunggelenkschmerzen frühzeitig zu lindern bzw. zu beheben, um Schlimmeres – etwa einen vollständigen Gelenkschaden und eine Operation – zu verhindern.