Schwindel vor der Periode: Daran liegt es

Der Zyklus kann den Kreislauf von Frauen ziemlich in Mitleidenschaft ziehen: Schwindel vor der Periode ist ein weitverbreitetes Symptom, ebenso wie Schwindel während der Periode. Die Übeltäter sind die Hormone – aber nicht nur. Alles zu Ursachen und Selbsthilfe.

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Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen – und dann kommt auch noch Schwindel vor der Periode hinzu. Frauen, die unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, haben häufig mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Aber auch während der Periode kann es vermehrt zu Schwindelanfällen kommen. Woran liegt das?

Schwindel und Übelkeit bei Frauen

Ob Mann oder Frau: jeder hat schon mindestens einmal im Leben Schwindel verspürt. Frauen sind dabei wesentlich anfälliger für Kreislaufprobleme und Schwindelattacken. Neben einem zu niedrigen Blutdruck und Blutzuckerspiegel sind insbesondere hormonelle Schwankungen und die Periode dafür verantwortlich, dass der Kreislauf schlapp macht. Besonders vor und während der Periode kommt es vermehrt zu Schwindelanfällen, häufig in Kombination mit Übelkeit. Zu den möglichen Begleiterscheinungen gehören auch Kopfschmerzen, Blässe, Herzklopfen und Zittern.

Schwindel vor Periode: Kreislaufprobleme durch Östrogene

Um zu verstehen, warum viele Frauen gerade vor der Periode unter Schwindel und Übelkeit leiden, müssen zunächst die hormonellen Veränderungen im Zyklusverlauf in den Blick genommen werden:

Am ersten Tag der Blutung befindet sich der Östrogenspiegel auf dem Tiefpunkt. Aus diesem Grund klingen die PMS-Beschwerden mit dem Einsetzen der Periode rasch ab. Von Tag zu Tag steigt der Östrogenspiegel wieder an, bis er in der Mitte des Monatszyklus, zum Zeitpunkt des Eisprungs, seinen Höhepunkt erreicht.

Nach dem Eisprung nimmt das Östrogen im Blut wieder etwas ab und der Progesteronspiegel erhöht sich. Wird nicht genügend Progesteron produziert, dominiert das Östrogen in der zweiten Zyklushälfte – in der Medizin ist dann von einer Östrogendominanz bzw. einem Progesteronmangel die Rede. Es wird davon ausgegangen, dass dieses hormonelle Ungleichgewicht für die PMS-Beschwerden verantwortlich ist. PMS-Symptome treten aufgrund der Östrogendominanz nur nach dem Eisprung auf; etwa zehn bis 14 Tage vor dem Einsetzen der Monatsblutung.

Eine Folge dieser Homron-Störung sind Wassereinlagerungen, da Östrogene wasserbindende Eigenschaften haben. Wenn Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe tritt, verringert sich der Wasseranteil des Blutes. Das führt dazu, dass das Blut dickflüssiger wird und dadurch länger braucht, um durch die Gefäße zu fließen. Die Folge: Der Blutdruck verringert sich, der Kreislauf wird schwächer.

Eisprung-Symptome: Schwindelgefühl und andere Beschwerden

Manche Frauen können spüren, wenn sie ihren Eisprung haben. Es kommt nicht nur zum sogenannten Mittelschmerz, bei dem sich im Unterleib auf der Höhe der Eierstöcke ein Ziehen, Stechen oder ein Krampfen bemerkbar machen. Auch von Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen berichten viele Frauen. Die Ursachen sind nicht gänzlich geklärt. Als wahrscheinlich gilt aber, dass der sprunghafte Anstieg des sogenannten luteinisierenden Hormons (LH), das den Eisprung im Eierstock auslöst, eine Rolle spielt.

Schwindel während der Periode durch Eisenmangel

Die PMS-Symptome lassen ein bis zwei Tage nach Einsetzen der Monatsblutung nach. Mit ihnen verschwinden auch die Auslöser für den Schwindel vor der Periode. Dennoch leiden viele Frauen auch danach wieder oder noch immer an Kreislaufproblemen. Die Ursachen sind dann jedoch nicht in den Hormonen zu finden – Östrogen und Progesteron, die für die PMS-Symptome verantwortlich sind, befinden sich mit dem Einsetzen der Monatsblutung auf einem Tiefpunkt.

Wenn die Periode von Schwindelanfällen begleitet wird, liegt es daran, dass der Körper Blut verliert. Besonders Frauen mit starker Regelblutung, die also mehr als 80 Milliliter Blut während der Periode verlieren, sind von Schwindelanfällen betroffen. Denn durch das verringerte Blutvolumen kommt es im Gewebe zu einer leichten Sauerstoffunterversorgung. Darüber hinaus muss das Herz schneller schlagen, damit der Körper mit der geringeren Blutmenge versorgt wird. Beides kann den Kreislauf belasten.

Schwindel hält nach der Periode an: Woran liegt das?

Wenn Schwindel aufgrund eines starken Blutverlusts während der Periode auftritt, kommt es nicht selten vor, dass auch nach der Periode der Kreislauf Probleme macht. Ursächlich dafür ist häufig eine Blutarmut (Anämie) durch Eisenmangel. Mit dem ausgeschiedenen Blut verliert der Körper auch Eisen, das für die Bildung roter Blutkörperchen benötigt wird. Wird zusätzlich über die Ernährung wenig Eisen aufgenommen, steigt das Risiko für eine Anämie und damit für Schwindelanfälle nach der Periode.

Charakteristisch für eine Eisenmangelanämie sind neben Schwindel eine blasse Hautfarbe, Herzklopfen sowie Atemnot bei körperlicher Belastung.  

Kreislaufprobleme vor der Periode – was tun?

Bei den ersten Anzeichen von Schwindel sollten Sie unbedingt Halt suchen, um einen Sturz zu vermeiden. Das gilt gleichermaßen bei Schwank- und Drehschwindel. Wenn keine Sitzmöglichkeit vorhanden ist, setzen Sie sich auf den Boden. Atmen Sie tief durch und warten Sie, bis der akute Schwindel abklingt.

Anschließend können Sie Ihren Kreislauf mit einem simplen Mittel wieder in Gang bringen: Trinken Sie ein 400 bis 500 Milliliter Wasser in kleinen Schlucken. Auch Traubenzucker hilft. Das lässt den Blutdruck schnell ansteigen. Im Akutfall können auch Heilpflanzen wie Kampfer, Weißdorn und Maiglöckchen in Tropfenform den Kreislauf stabilisieren.

Um Schwindel durch die Periode langfristig vorzubeugen oder zu lindern, können Betroffene an vielen Stellen ansetzen. Diese Tipps können für Besserung sorgen:

  • Geht der Schwindel auf starke Wassereinlagerungen zurück, sollten Sie alles meiden, was im Körper Wasser bindet: Salzhaltiges, Kaffee und Alkohol. Setzen Sie dafür entwässernde Lebensmittel auf den Speiseplan, wie etwa Gurken, Ananas, Kartoffeln, Möhren und Reis.

  • Bei Kreislaufproblemen durch Wassereinlagerungen hilft es, viel Wasser zu trinken. Es klingt zunächst widersprüchlich – doch, eine hohe Flüssigkeitszufuhr (mehr als zwei Liter täglich) bringt den Körper dazu, mehr Flüssigkeit auszuscheiden. Zudem wirkt es sich positiv auf den Blutdruck aus, wenn Sie viel Wasser trinken.

  • Entwässernd wirken zudem Brennnesseltee und grüner Tee. Sie können täglich 800 Milliliter grünen Tee trinken, bei Brennnesseltee liegt die empfohlene Trinkmenge bei 250 Milliliter pro Tag.

  • Schwindelanfälle während der Periode lassen sich mit Eisenpräparaten und eisenhaltigen Lebensmitteln vorbeugen. In rotem Fleisch, Weizenkleie, Kürbiskernen, Sojabohnen und Linsen steckt besonders viel Eisen.

  • Gegen Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit PMS kann Mönchspfeffer Abhilfe schaffen. Die Heilpflanze wirkt regulierend auf den Hormonhaushalt und gilt daher als bewährtes Mittel bei PMS. Mönchspfeffer ist in Form von Tabletten, Kapseln und Tropfen in der Apotheke erhältlich und muss, um seine volle Wirkung zu entfalten, mindestens drei Monate eingenommen werden.

  • Positiv auf den Kreislauf wirkt sich ein gesunder Lebensstil aus: Viel Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und Verzicht auf Nikotin und Alkohol sind wichtige Maßnahmen, um Schindel vorzubeugen.

Vor Periode schwindelig: Wann muss ich zum Arzt?

Wenn die Schwindanfälle immer wieder auftreten oder länger als eine Stunde anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Das gilt auch, wenn ernste Beschwerden hinzukommen, wie etwa:

  • Fieber

  • Gefühlsstörungen

  • Sehstörungen

  • Lähmungserscheinungen

  • extreme Kopfschmerzen

In diesen Fällen ist es wahrscheinlich, dass der Schwindel vor oder während der Periode nicht nur auf hormonelle Schwankungen zurückgeht – besonders, wenn die Beschwerden neuartig und plötzlich einsetzen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Quellen
  • Monatszyklus, in: frauenärzte-im-netz.de
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS), in: msdmanuals.com