Schwindel durch Verspannungen: Ursachen und was hilft

Schwindel ist ein weit verbreitetes Symptom. In vielen Fällen können Ärzte aber keine organische Ursache finden. Oft wird Schwindel durch Verspannungen ausgelöst und erst spät entdeckt. Wie kommt es dazu – und was kann man gegen das Gefühl der Benommenheit tun?

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Schwindel kann verschiedene Ursachen haben. Werden zum Beispiel Erkrankungen oder Gefäßprobleme ausgeschlossen, kann der Schwindel durch Verspannungen im Nackenbereich hervorgerufen werden. Dann sollte man den Beschwerden mit professioneller Hilfe auf den Grund gehen.

Häufig: Schwindel durch Verspannungen im Nacken

Jeder sechste Patient, der seinen Hausarzt aufsucht, klagt über Schwindel bzw. Benommenheit. Ursache sind in den meisten Fällen Probleme an der Halswirbelsäule (HWS), die durch Nackenverspannungen ausgelöst werden. Seltener liegt die Ursache an verspannten Muskeln im Rücken, in den Schultern oder an Kopf bzw. Kiefer.

Es kann verschiedene Gründe für den Schwindel durch Verspannungen der Nackenmuskulatur geben. Mit gezielten Maßnahmen kann man die Beschwerden lindern oder die Verspannungen sogar komplett lösen.

Schwindel vom Nacken? Organische Ursachen ausschließen

Bei Schwindel handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit: Fachleute bezeichnen es als multisensorisches Syndrom, an dem verschiedene Sinne beteiligt sind. Bei manchen dreht sich alles, andere leiden unter Gleichgewichtsstörungen oder ihnen wird ‚schwummerig’ – sie fühlen sich benommen. 

Schwindel ist ein Leitsymptom bei vielen Erkrankungen. So kann es ein Anzeichen sein für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Störungen, Erkrankungen des Innenohrs oder auch für psychische Probleme. Schließt der Arzt eine organische oder psychische Ursache aus, könnten Muskelverspannungen im Bereich der Halswirbelsäule schuld an den Beschwerden sein – durch die Nackenverspannung kann Schwindel entstehen.

Wie kommt es zur Benommenheit durch Verspannungen?

Im Alltag muss die Haltemuskulatur permanent arbeiten. Vor allem die Hals-Nacken-Partie ist bei vielen Menschen schnell verspannt, unter anderem durch einseitige Belastung, körperliche Überforderung oder falsche Haltung.

Wenn man zu viel sitzt, insbesondere am Schreibtisch, oder lange aufs Smartphone starrt und den Kopf dabei stundenlag nach vorne überstreckt, verspannt sich die Muskulatur rund um die Halswirbelsäule. Wichtige Blutgefäße werden so eingeengt, was einerseits die Durchblutung der Hirnnerven beeinflusst. Zum anderen drücken die verspannten Muskeln der Halswirbelsäule auf die aus der Wirbelsäule austretenden Nerven. Diese reagieren irritiert und senden unterschiedliche Informationen über die Lage des Kopfes ans Gehirn – so können die Nackenverspannungen zu Schwindel führen.

Nackenverspannung und Schwindel: Übungen und Entspannung helfen

Wenn bei Ihnen ein verspannter Nacken für Schwindelgefühle sorgt, müssen Sie nicht gleich zu Schmerztabletten greifen. Im Gegenteil: Da die Probleme meist durch eine falsche Haltung und zu wenig Bewegung ausgelöst werden, sollten Sie die Muskulatur aktivieren. 

Tritt der Schwindel akut auf, sollten Sie sich jedoch erst mal entspannen. Bleiben Sie ruhig, trinken Sie ein Glas Wasser. Ist der Schwindel stark, setzen Sie sich hin und legen die Füße hoch. Hilfreich sind nun einfache Hausmittel wie zum Beispiel Wärme, wenn der Nacken Schwindel auslöst. Ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche beispielsweise lockert das Gewebe, fördert die Durchblutung und kann so entspannend wirken.

Gegen Schwindel wegen Nackenverspannung können diese Übungen helfen.

Setzen Sie sich bei den folgenden Übungen mit geradem Rücken und Nacken auf einen Stuhl:

  1. Die Arme locker hängen lassen und mit beiden Schultern rückwärts kreisen: Die Schultern hoch zum Ohr, nach hinten, unten und über vorn wieder nach oben ziehen. Zehn Mal wiederholen.

  2. Den Kopf leicht zur rechten Schulter neigen, die rechte Hand auf das linke Ohr legen und den Kopf sanft weiter Richtung rechte Schulter drücken. Dehnung 15 Sekunden halten und dann auf die andere Seite wechseln.

  3. Den Kopf erst langsam nach vorn schieben, wie eine Schildkröte, dann langsam nach hinten, sodass ein Doppelkinn entsteht. Drei bis vier Mal wiederholen.

Professionelle Maßnahmen bei Schwindel durch Nackenverspannung

Am wirksamsten lassen sich Verspannungen mit professioneller Hilfe und Bewegung lösen. Dazu eignen sich diese Maßnahmen:

• Physiotherapie: Durch manuelle Therapie können die Muskulatur und das sie umgebende Bindegewebe gelockert werden. Außerdem zeigen Ihnen die Fachleute Dehn- und Kräftigungsübungen, die die Muskulatur entspannen und stärken. Später können Sie die Übungen zu Hause fortsetzen – eine sehr wirksame Methode gegen Schwindel bei Nackenverspannung..

• Osteopathie: Bei dieser Behandlung werden Blockaden der Wirbelgelenke mit gezielten Griffen gelöst. Dies wirkt sich auch entlastend auf die Muskulatur. 

• Elektro-Therapie: Über Elektroden auf der Haut werden leichte Stromreize übertragen. So sollen die Weiterleitung der Schmerzsignale ans Gehirn gehemmt und die Bildung des schmerzlindernden Hormons Endorphin angeregt werden. Dies kann helfen, wenn der Nacken verspannt und Schwindel die Folge ist. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung allerdings nicht.

• Akupunktur: Akupunktur kann bei Nackenschmerzen hilfreich sein. Die feinen Nadeln werden entlang der Energiebahnen in die Haut gestochen und sollen so Blockaden lösen. Auch hier gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, aber viele Menschen berichten von einer spürbaren Wirkung.

Wer unter Schwindelgefühlen leidet, wird im alltäglichen Leben beeinträchtigt. Schwindel durch Verspannungen lassen sich jedoch schnell in den Griff bekommen – sowohl durch regelmäßig durchgeführte Übungen zuhause als auch mit professioneller Hilfe.