Schwindel bei Erkältung: Das sind die Ursachen

Die Nase läuft, alles tut weh und dann setzt auch noch Schwindel bei einer Erkältung ein: Wie kommt es zu den Schwindelgefühlen und wie kann man ihnen vorbeugen? Alle Infos.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kaum beginnt die kühlere Jahreszeit, steht auch schon die erste Erkältung in den Startlöchern. Neben einer laufenden Nase, Kopf- und Halsschmerzen kann auch Schwindel bei einer Erkältung auftreten: Man steht aus dem Bett auf und plötzlich macht der Kreislauf schlap. Was steckt dahinter, wenn einem bei einer Erkältung schwindelig wird?

Was ist Schwindel?

Schwindel ist ein Oberbegriff für verschiedene Störungen, die unseren Gleichgewichtssinn betreffen und Gangunsicherheit oder ein Verlust der Körpersicherheit im Raum zur Folge haben können.

Man unterscheidet zwischen Dreh-, Schwank- und Lagerungsschwindel. Schwindel gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Er kann völlig harmlose Ursachen haben, aber auch symptomatisch für schwere Erkrankungen sein. Wer unter regelmäßig auftretendem oder sogar dauerhaften Schwindel leidet, sollte eine:einen Mediziner:in zurate ziehen.

Frau ist schwindelig und fasst sich an den Kopf
Foto: iStock/AsiaVision

Schwindel bei Erkältung: Was sind die Ursachen?

Tritt während einer Erkältung Schwindelgefühl auf, kann dies mehrere Ursachen haben. Einige können harmlos sein und verschwinden auch mit Abklingen der Erkältung wieder. Andere Ursachen, bei denen Schwindel durch die Erkältung hervorgerufen wird, müssen ärztlich abgeklärt oder behandelt werden.

Dazu gehören beispielsweise:

1.    Labyrinthitis (Innenohrentzündung)

Wer unter einer Erkältung mit Schwindelgefühl und schmerzenden Ohren leidet, sollte nicht zu lange mit einem Arztbesuch warten. Denn dahinter kann sich eine sogenannte Labyrinthitis verbergen. Hierbei handelt es sich um eine durch Viren oder Bakterien ausgelöste Entzündung des Innenohrs, die sich meist durch Drehschwindel gepaart mit Übelkeit als typisches Symptom äußert. Diese Form der Innenohrentzündung muss medikamentös behandelt werden, um mögliche Folgeerkrankungen wie z.B. Hörverlust zu vermeiden. 

2.    Entzündung des Gesichtsnervs

Bei einer sehr schweren Erkältung kann der Gesichtsnerv (Trigeminusnerv) angegriffen werden und sehr starke Schmerzen hervorrufen. Begleitet werden diese Schmerzen oftmals durch Übelkeit und Erbrechen, aber auch durch Schwindelgefühl. Eine Verbesserung der Schmerzen wird meist nur durch eine medikamentöse Behandlung erzielt.

3.    Schwindel durch Antibiotikum

Antibiotika können ein Segen sein, vorausgesetzt sie werden richtig eingesetzt. Sie wirken gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren – die sind es aber, die für Erkältungen verantwortlich sind. Wenn der Arzt oder die Ärztin bei einer normalen Erkältung Antibiotika verschreiben will, sollte man nachfragen. Je häufiger Antibiotika für falsche Erkrankungen eingesetzt werden, desto öfter entstehen Resistenzen bei Bakterien. In Fällen, in denen sich zu dem Virusinfekt aber noch eine bakterielle Infektion dazu gesellt hat, ist die Gabe von Antibiotika angebracht.

Schwindel unter der Einnahme von Antibiotika ist keine seltene Nebenwirkung. Diese klingt jedoch rasch wieder ab, sobald das Medikament abgesetzt wird. 

4.    Schwindelgefühl durch falsches Naseputzen

Wer unter einer Erkältung leidet, kennt es nur zu gut. Die Nase sitzt komplett zu und man will nur eins: den Schleim loswerden und wieder tief durchatmen können. Also wird möglichst kräftig drauf losgeprustet. Das ist jedoch keine gute Idee, denn nicht nur Nasenbluten kann von dem Geschnäuze ausgelöst werden. Durch den kräftigen Druck, der beim Naseputzen auf die Ohren ausgeübt wird, entsteht häufig ein Schwindelgefühl, das mehrere Sekunden anhalten kann. Erst durch Schlucken oder Gähnen wird die sogenannte eustachische Röhre geöffnet und es findet ein Druckausgleich statt.

Bei Erkältung schwindelig: So können Sie vorbeugen

Um Schwindel bei einer Erkältung vorzubeugen, hilft es eigentlich nur einer Erkältung vorzubeugen, auch wenn dies nicht immer umsetzbar ist. Man kann lediglich versuchen, den Kontakt mit Erkältungsviren so gering wie möglich zu halten. Da die Krankheitserreger über Aerosole verteilt werden, haften diese auf Gegenständen. Berührt man diese unwissentlich und fasst sich danach mit den Händen ins Gesicht, können die Viren von den Händen in die Atemwege gelangen.

Um eine Erkältung und Schwindelgefühl zu vermeiden, empfiehlt es sich, folgende Punkte zu beachten:

  • Versuchen Sie in großen Menschenmengen Abstand zu anderen zu halten

  • Verzichten Sie in der Erkältungszeit auf Umarmungen oder freundliches Händeschütteln – spätestens seit Corona wird das nicht mehr als Unhöflichkeit ausgelegt

  • In die Armbeuge niesen oder husten, nicht in die Hände

  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen mit Seife

  • Regelmäßiges Lüften der Wohn- und Arbeitsräume, um die Anzahl der Aerosole in der Luft zu verringern

Erkältung und Schwindelgefühl: So stärken Sie Ihr Immunsystem

Ein guter Tipp ist es immer, die eigenen Abwehrkräfte zu fördern und dadurch das Immunsystem zu stärken. Nur so schafft es der Körper mit Schwindel bei Erkältung gut umgehen zu können.

1. Ingwer als gesunder Scharfmacher

Ingwer kann aufgrund seiner enthaltenen Scharfstoffe und ätherischen Öle dabei helfen, Erkältungen vorbeugen. Denn die scharfe Wurzel wirkt entzündungshemmend und erschwert es den Viren, sich im Körper festzusetzen. Zusätzlich befreien die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle die Schleimhäute vom festsitzenden Sekret.

2. Ausgewogene und gesunde Mahlzeiten

Ernähren Sie sich besonders in der Erkältungszeit gesund und ausgewogen. Viel frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte helfen dem Immunsystem dabei, sich zu stärken und so mit den Viren besser fertig zu werden.

3. Reduzieren Sie Genussmittel

Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Konsum von Nikotin und zu viel Alkohol, denn sie können das Immunsystem schwächen.

4. Körperliche Aktivität

Wer sich regelmäßig, am besten noch an der frischen Luft, bewegt, senkt nachweislich sein Erkältungsrisiko.

5. Ausreichend Schlaf

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper in der Erkältungszeit ausreichend Schlaf bekommt, denn nur so kann sich der Körper erholen und sein Immunsystem stärken. Erwachsene sollten nachts sieben bis acht Stunden schlafen, Kinder (je nach Alter) deutlich länger.

Quellen:

Probst, R, Grevers, G, Iro, H: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Stuttgart, Thieme Verlag, 2008

Atemwegsinfektionen, in: infektionsschutz.de

Schwindel, in: pschyrembel.de

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, in: dgn.org