Scheidenpilz-Behandlung: Clotrimazol ist der Wirkstoff erster Wahl

Eine klare Diagnose ist bei der Scheidenpilz-Behandlung wichtig. Denn eine Scheidenentzündung kann nicht nur durch Pilze, sondern auch durch Bakterien ausgelöst werden. Je nach Ursache der Infektion, kommt ein anderes Medikament zum Einsatz.

Unter einem Mikroskop wird der Scheiden-Abstrich untersucht
Zur Scheidenpilz-Behandlung gehört ein Scheidenabstrich, der unter einem Mikroskop untersucht wird Foto: iStock

  • Der Wirkstoff „Clotrimazol“ hat sich bei der Scheidenpilz-Behandlung bewährt.
  • Für schwangere Frauen gelten bei der Scheidenpilz-Behandlung besondere Vorschriften.
  • Auf zuckerhaltige Lebensmittel muss bei der Scheidenpilz-Behandlung nicht verzichtet werden.

Es brennt und juckt im Intimbereich der Frau. Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt. Doch viele Frauen stehen hinsichtlich der Scheidenpilz-Behandlung vor einer kniffligen Frage: Sollte ich einen Frauenarzt aufsuchen oder reicht es, wenn ich mir aus der Apotheke ein entsprechendes Mittel zur Scheidenpilz-Behandlung besorge?

Scheidenpilz-Behandlung: Der Arzt muss eine bakterielle Infektion ausschließen

Für Gynäkologen ist der Fall eindeutig: Frauen sollten sich ärztlich untersuchen lassen. Denn: Der Frauenarzt muss abklären, ob die Scheidenentzündung durch Pilze oder Bakterien ausgelöst wurde. Bakterien werden mit anderen Wirkstoffen bekämpft als Pilze und andersrum – daher ist eine gynäkologische Abklärung der Ursache bei einer Scheidenpilz-Behandlung so wichtig.

Der Frauenarzt wird in der Sprechstunde die Patientin zunächst zu ihren Symptomen befragen:

  • Spüren sie einen Juckreiz oder ein Brennen im Intimbereich?
  • Haben Sie starken Ausfluss?
  • Hat der Ausfluss einen unangenehmen Geruch?
  • Entstehen beim Harnlassen Schmerzen?

Anschließend beginnt die Untersuchung. Hierfür nimmt der Frauenarzt einen Abstrich und überprüft mittels eines Teststreifens den pH-Wert der Scheide. Stellt die Frauenärztin fest, dass es sich um eine Pilzinfektion und nicht um eine bakterielle Infektion handelt, kommen entsprechende Antimykotika (Anti-Pilzmittel) zum Einsatz.

Scheidenpilz-Behandlung mit Clotrimazol

Bewährt hat sich bei der Scheidenpilz-Behandlung laut Frauenärzten der Wirkstoff „Clotrimazol“. Dabei handelt es sich um ein Breitband-Antimykotikum, das eine Vielzahl verschiedener Pilzarten abtötet. Hierfür greift es die Zellwand der Pilze an, sodass die Erreger eingehen. Clotrimazol wird in Form von Scheidenzäpfchen, Vaginal-Tabletten oder Cremes verwendet. Bis die Symptome vollständig abklingen, kann etwa eine Woche vergehen.

Scheidenpilz-Behandlung: Schwangere Frauen sollten zum Frauenarzt

Für schwangere Frauen gilt bei der Scheidenpilz-Behandlung: Sie sollten keinesfalls in eine Apotheke gehen, um dort freiverkäufliche Anti-Pilzmittel zu kaufen. Denn bei ihnen ist besondere Vorsicht geboten: Handelt es sich nämlich nicht um eine Infektion durch Hefepilze, sondern tritt die Entzündung aufgrund von Bakterien auf, bestehen besondere Risiken: Laut Gynäkologen sind 70 Prozent aller Fehlgeburten auf eine Scheidenentzündung mit bakteriellen Ursachen zurückzuführen.  Gynäkologen empfehlen daher schwangeren Frauen, zwei Mal in der Woche einen Selbst-Test durchzuführen, den sie in Apotheken kaufen können. Dabei testen sie den pH-Wert der Scheide und können damit erkennen, ob dieser vom normalen Wert (< 4,5) abweicht. Wäre das der Fall, könnten die Frauen bereits frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um die beginnende Scheidenentzündung zu behandeln.

Scheidenpilz-Behandlung: keine Essensvorschriften

Gynäkologen betonen regelmäßig, dass es bei der Scheidenpilz-Behandlung keine spezielle Diät gibt. Hefepilze können nicht „ausgehungert“ werden, indem Frauen beispielsweise keinen Zucker mehr essen. Verzichten Frauen auf süße Lebensmittel, weichen Hefepilze auf Fettreserven zurück.