Rote Flecken im Gesicht: Ursachen und Behandlung

Gerade im Gesicht fällt ein Hautausschlag schnell auf. Besonders rote Flecken im Gesicht können für Betroffene belastend sein. Doch der Ausschlag ist nicht nur ein ästhetisches Problem – er zeigt an, dass der Körper auf etwas reagiert. Alles über die vielfältigen Ursachen und die Behandlung des Hautausschlags.

Rote Flecken im Gesicht können unterschiedliche Ursachen haben.
Rote Flecken im Gesicht können ganz unterschiedliche Ursachen haben Foto: iStock/Wpadington

Rote Flecken im Gesicht sind häufig harmlos. Pflegeprodukte mit reizenden Stoffen und Unverträglichkeiten können sich schnell auf der Haut zeigen. Besteht der Hautausschlag jedoch länger oder tritt er immer wieder auf, deutet das auf eine tiefer liegende Ursache hin.

Rote Flecken im Gesicht: Ursachen können harmlos sein

Plötzliche rote Flecken im Gesicht können harmlose Ursachen haben und auf äußere Faktoren zurückgehen. Es kann sich etwa um Hautirritationen und -reizungen durch Hitze, Kälte oder Kosmetika handeln. Unverträglichkeiten auf Substanzen in Pflegeprodukten wie Duft- oder Konservierungsstoffe stecken häufig dahinter, wenn rote Flecken auf Stirn, Wangen und Co. auftreten.

Ebenso ist Aufregung oder Scham ein Auslöser für roten Ausschlag im Gesicht. Psychischer Stress kann bei empfindlichen Personen dazu führen, dass sich die Gefäße vorübergehend weiten. Nach einiger Zeit klingen die Rötungen wieder ab.

Zu den möglichen Ursachen von roten Flecken im Gesicht gehören aber auch einige Erkrankungen und Allergien:

Roter Ausschlag im Gesicht durch Hauterkrankungen

Regelmäßig auftretender oder länger bestehender Ausschlag im Gesicht kann ein Zeichen für eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung sein. In der Regel werden die Flecken dann von weiteren Symptomen begleitet:

  1. Mundrose: Die Haut reagiert auf Pflegeprodukte mit Rötungen, Bläschen und Knötchen in der Mundregion.

  2. Rosazea: Die Erkrankung geht mit Rötungen, Pusteln und sichtbaren Blutgefäßen an Stirn, Nase, Wangen und Kinn einher.

  3. Neurodermitis: Die chronische Entzündung (atopisches Ekzem) führt zu schuppenden, juckenden Ekzemen, die sich vornehmlich an der Augen- und Mundpartie bilden.

Roter Ausschlag im Gesicht bei verschiedenen Erkrankungen

Auch andere Krankheiten können rote Flecken auslösen. So gehen die beiden Infektionskrankheiten Röteln und Ringelröteln mit einem charakteristischen Hautausschlag im Gesicht einher. Bei Ringelröteln entsteht zunächst ein schmetterlingsförmiger Ausschlag an Wangen und Nasenwurzel, der sich von da aus auf den ganzen Körper ausbreitet. Röteln äußern sich zu Beginn der Erkrankung mit hellroten, leicht bräunlichen Flecken hinter den Ohren.

Daneben kommt die Autoimmunerkrankung Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) aus Ursache infrage. Bei SLE greift das Immunsystem körpereigene Zellen an, wodurch Entzündungen hervorgerufen werden. Ist die Haut betroffen, können sich auf dem Gesicht ringförmige, rote Flecken bilden.

Rote Flecken im Gesicht in den Wechseljahren

Die Hormonumstellung in den Wechseljahren verursacht bei den meisten Frauen zahlreiche Beschwerden. Dazu gehören aber nicht nur Schweißattacken und Stimmungsschwankungen. In den Wechseljahren leiden Frauen vermehrt unter Hautausschlag. Denn die veränderte Konzentration der Sexualhormone Östrogen, Progesteron und Testosteron hat einen Einfluss auf die Hautgesundheit.

Besonders das sinkende Östrogen macht der Haut zu schaffen, weil es den Abbau von Kollagen zur Folge hat. Die Haut verliert dadurch an Feuchtigkeit und wird dünner, was sie anfälliger für Entzündungen und Reizungen macht.

Neben trockener und unreiner Haut sowie juckenden Hautausschlag können Frauen in den Wechseljahren plötzlich rote Flecken im Gesicht bekommen, weil die Haut sensibler auf äußere Einflüsse reagiert.

Rote Flecken im Gesicht nach Alkohol-Konsum

Wenn sich nach einem Drink plötzlich rote Flecken im Gesicht bilden, kann eine Alkohol-Allergie dahinterstecken. Neben dem Ausschlag, der auch "flush" genannt wird, kommt es zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzrasen.

Die körperlichen Symptome werden durch Acetaldehyd ausgelöst – die toxische Substanz entsteht beim Abbau von Alkohol in der Leber. Normalerweise wird Acetaldehyd direkt in Essigsäure und anschließend in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. Bei Menschen mit einer Alkoholunverträglichkeit vollzieht sich dieser Prozess aufgrund eines genetisch bedingten Enzymmangels langsamer, sodass Acetaldehyd länger im Körper verbleibt.

Für eine Alkohol-Allergie gibt es keine Behandlung. Deswegen müssen Betroffene ganz auf Alkohol verzichten – nicht nur, um den Alkohol-Ausschlag und andere Symptome zu meiden. Studien zeigen, dass Menschen, die trotz Unverträglichkeit weiterhin Alkohol trinken ein höheres Risiko haben, an Mund- oder Rachenkrebs zu erkranken.

Es muss jedoch keine Allergie vorliegen, wenn man einen Ausschlag nach Alkohol entwickelt. Oft besteht eine Unverträglichkeit gegen andere Substanzen, die in Alkohol enthalten sind, wie Histamin, Gluten, Schwefel oder Sulfite.

Behandlung von roten Flecken im Gesicht

Bei Hautschäden oder -irritationen durch UV-Strahlung gilt: Bis die Beschwerden abgeklungen ist, sollten Betroffene die Sonne meiden. Bei einer Sonnenallergie helfen kortisonhaltige Präparate zum Auftragen und Antihistaminika in Tablettenform.

Die Therapie von roten Flecken im Zuge chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen richtet sich nach dem Auslöser. Bei einer Mundrose gilt es beispielsweise vor allem, die Haut von fettenden Kosmetika zu entwöhnen und vorübergehend nur mit Wasser zu reinigen. Gegen Röschenflechte helfen unter anderem Gele mit dem Wirkstoff Brimonidin oder entzündungshemmende Cremes. Eine Neurodermitis wird mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes behandelt. Kortisonhaltige Salben werden bei schweren Schüben verschrieben.

Haben starke Emotionen oder Stress die roten Flecken ausgelöst, kann gegebenenfalls eine regelmäßig angewandte Entspannungsmethode hilfreich sein. Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist, kann eine Psychotherapie infrage kommen. 

Auch wenn rote Flecken im Gesicht nicht gefährlich sind, sollte bei länger andauernden Hautrötungen ein Arzt zurate gezogen werden.

Quellen:

Altmeyer, P. (2007): Dermatologische Differenzialdiagnose: Der Weg zur klinischen Diagnose. Springer, Heidelberg

Battegay, E. (2017): Differenzialdiagnose innerer Krankheiten. Thieme, Stuttgart

Was steckt eigentlich hinter Hautrötungen mit Fieber?  in: Deutsche Apotheker Zeitung