Plantarfasziitis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Welche Symptome treten bei einer Plantarfasziitis (Sehnenplattenentzündung) auf und wie wird sie behandelt? Alle Infos hier!

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Von einer Plantarfasziitis spricht man, wenn die Sehnenplatte in der Fußsohle entzündet ist und in der Folge zu Schmerzen in der Ferse und der Fußsohle führt. Alles über Symptome, Ursachen und Behandlung einer Sehnenplattenentzündung erfahren Sie hier.

Was ist eine Plantarfasziitis?

Hauptauslöser der Plantarfasziitis ist eine Überreizung der Plantarfaszie, einer Sehnenplatte in der Fußsohle. Diese verläuft zwischen den Zehen und dem unteren Ansatz des Fersenbeins an der Fußsohle entlang. Ist sie gereizt, kommt es zu Fußschmerzen.

Auf diesem Bild ist die Plantarfaszie als Plantar fascia zu sehen:

Der Fuß im Detail
Die Plantarfaszie zwischen Zehen und Fersenbein Foto: iStock/medicalstocks

Wird die Plantarfaszie zum Beispiel durch eine Überlastung beim Sport oder auch durch einseitige Belastung im Alltag gereizt, entzündet sie sich und verursacht Schmerzen – die sogenannte Plantarfasziitis entsteht. Die Schmerzen treten vor allem im Bereich der Ferse auf, können allerdings auf die gesamte Fußsohle bis zu den Zehen und über die Achillessehne hoch in die Wade ausstrahlen. 

Unterschied zwischen Plantarfasziitis und Fersensporn

Häufig werden der Begriff Plantarfasziitis und Fersensporn synonym verwendet, dabei gibt es einen Unterschied. Ein Fersensporn entsteht durch immer wiederkehrende Entzündungen der Sehnenplatte, ist jedoch nur eine Folge und nicht die Ursache. Die Entzündung, die meist durch Überbelastung entsteht, bezeichnen Mediziner:innen als Plantarfasziitis.

Wie entsteht eine Entzündung der Plantarfaszie?

Wird die Plantarfaszie durch eine Überlastung beim Sport oder auch durch einseitige Belastung im Alltag gereizt, entzündet sie sich und verursacht Schmerzen im Fuß – die sogenannte Plantarfasziitis entsteht.

Plantarfasziitis Schmerzen: Wo treten sie auf?

Die Schmerzen treten bei einer Sehnenplattenentzündung vor allem im Bereich der Ferse auf, können allerdings auf die gesamte Fußsohle bis zu den Zehen und über die Achillessehne hoch in die Wade ausstrahlen. 

Laut Expert:innen sind Fersenschmerzen in etwa 80 Prozent der Fälle auf eine Plantarfasziitis zurückzuführen.

Plantarfasziitis: Symptome

Die Symptome der Plantarfasziitis ähneln stark jenen, die beim unteren (plantaren) Fersensporn und der Haglundferse auftreten. In allen drei Fällen beginnt der Überlastungs- und Entzündungsprozess schleichend, sodass die Fersenschmerzen zunächst nur sporadisch unter Belastung auftreten, später aber chronisch werden und auch im Ruhezustand zu spüren sind.

Zu den bekanntesten Symptomen einer Plantarfasziitis gehören:

  • Schmerzen bei (einseitiger) Belastung (Sport, langes Stehen, etc.)

  • Fersenschmerzen morgens nach dem Aufstehen, die nach einigen Schritten wieder abklingen (sogenannte Anlaufschmerzen)

  • Hauptschmerz in der Ferse, der in Richtung Zehen und/oder Wade ausstrahlt

  • Verschlimmerung der Schmerzen unter Belastung (Sprinten, Springen, etc.)

3 häufige Ursachen einer Plantarfasziitis

Diese drei Ursachen sind typisch für eine Sehnenplattenentzündung und die daraus entstehenden Fersenschmerzen.

1. Entzündung der Plantarfaszie durch zu viel Sport

Wie schon erwähnt, kommt es häufig aufgrund von sportlicher Aktivität zu einer Reizung der Plantarfaszie. Zu den Risikosportarten zählen in dem Fall alle, bei denen die Füße stark belastet werden, zum Beispiel Laufen, Fußball, Basketball, Tennis und Tanzen

2. Falsches Schuhwerk als Ursache für eine Plantarfasziitis

Doch nicht nur eine Überlastung reizt die Plantarfaszie. Auch durch falsches Schuhwerk kann eine Entzündung begünstigt werden: Wer beispielsweise selten Sport treibt und meist in sehr festen oder sogar zu engen Schuhen läuft, reizt seinen Fuß stets auf die gleiche Weise und ruft so Entzündungen hervor. Die nahezu 30 Gelenke, 60 Muskeln, 100 Bänder und 200 Sehnen des Fußes bleiben am ehesten schmerzfrei und gesund, wenn sie in kleinen, aber häufig wiederkehrenden Sequenzen gefordert und gefördert werden.

3. Fuß- und Fersenschmerzen durch Verschleißerscheinungen 

Auch mögliche Verschleißerscheinungen im Alter und Übergewicht können zu Schmerzen in der Plantarfaszie führen. Nicht zuletzt rufen verschiedene Fußfehlstellungen oftmals eine Plantarfasziitis hervor (Hohlfuß, Senkfuß, Spreizfuß oder Plattfuß), da sie ungünstige Fußhaltungen beim Laufen fördern.

Plantarfasziitis Behandlung: Welche Therapie?

Treten Schmerzen in der Ferse und an der Fußsohle auf, denken viele Betroffene zunächst an einen Fersensporn. Doch nicht immer ist die Diagnose eindeutig. Eine Entzündung der Sehnenplatte kann ähnlich schmerzhaft und langwierig in der Therapie sein.

Im ersten Schritt empfiehlt es sich, einen Hausarzt zu konsultieren, der in der Regel eine Überweisung zum Orthopäden ausstellt, sollten die Beschwerden nicht gelindert werden können. Dieser stellt die Diagnose anhand einer ausführlichen Anamnese und ordnet meist ein bildgebendes Verfahren an, in der Regel ein Ultraschallbild, anhand dessen man die Veränderung der Plantarfaszie eindeutig erkennen kann. 

Im Anschluss entscheiden Ärzt:in und Patient:in gemeinsam, welche Therapie-Möglichkeit die Beste für die Erkrankung ist. 

Ursachenforschung: Warum schmerzt der Fuß?

Dabei steht die Suche nach der Ursache der Entzündung zunächst im Vordergrund. Auslöser wie Übergewicht, falsches Schuhwerk oder Überbelastung können so ausgemacht und gegebenenfalls beseitigt werden.

Medikamentöse Therapie einer Plantarfasziitis bei akuten Schmerzen 

Ist der Schmerz besonders groß, können bei einer Sehnenplattenentzündung auch Medikamente zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Zum Beispiel können sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder eine Injektionstherapie mit Kortison verschrieben werden.

Schmerzstillende Salben können lokal helfen, wenn sie mehrmals täglich sanft einmassiert werden. 

Plantarfasziitis: Ist eine Operation nötig?

Nur in den hartnäckigsten Fällen einer Plantarfasziitis ist eine Operation notwendig. Dabei gibt es mehrere Verfahren, die infrage kommen. So kann durch einen kleinen Schnitt in der Mitte der Wade eine Sehnenplatte durchtrennt werden, wodurch die Ferse und die Plantarfaszie entlastet werden. Besteht eine ausgeprägte Fehlstellung, die den Schmerz verursacht, kann diese operativ korrigiert werden.

Stoßwellentherapie bei Entzündung der Plantarfaszie

Auch eine Stoßwellentherapie und Röntgenentzündungsbestrahlungen werden häufig gegen eine Plantarfasziitis angewendet.

Dauer der Entzündung der Plantarfaszie

Die Behandlung einer Plantarfasziitis ist langwierig – ganz einfach, weil es schwierig ist, seinen Fuß im Alltag dauerhaft zu entlasten. Trotzdem steht Entlastung zunächst an oberster Stelle im Heilungsprozess. 

Selbsthilfe bei einer Plantarfasziitis: Was kann man tun?

Neben Medikamenten und operativen Eingriffen gibt es auch Dinge, die man selbst tun kann, wenn die Sehnenplatte im Fuß entzündet oder gereizt ist. Diese Tipps helfen:

  • Viele Patienten empfinden das Kühlen als schmerzlindernd. 

  • Um eine zusätzliche Entlastung der Sehnenplatte im Fuß zu erreichen, sollten spezielle Einlagen getragen werden. Diese wirken dämpfend, was vor allem den Fersenschmerz schnell lindert. 

  • Ratsam ist der Gang zur Physiotherapie. Dort kann die entzündete Plantarfaszie nicht nur mit Massagen und Übungen entspannt, sondern auch mit Tapes entlastet werden.

3 Übungen bei Plantarfasziitis

Der Physiotherapeut zeigt in der Regel den Betroffenen auch, welche Übungen sie selbst ausführen können, um die Schmerzen zu lindern. Diese drei haben sich besonders bewährt.

1. Tennisballübung bei Entzündungen in der Fußsohle

Die einfachste Übung ist das langsame Vor- und Zurückrollen des Fußes über einen Tennisball oder einen speziellen Faszienball. Um nicht zu viel Druck auf die schmerzende Faszie auszuüben, sollte diese Übung im Sitzen und nicht im Stehen ausgeführt werden. 

2. Massageball zur Entspannung der Plantarfaszie

Mit einem kleineren Igel-Ball können Patienten außerdem die Plantarfaszie massieren. Dazu setzt man sich einfach im Schneidersitz auf den Boden und rollt in kleinen kreisenden Bewegungen die schmerzhaften Bereiche der Fußsohle ab.

3. Dehnübungen bei Beschwerden an der Plantarsehne

Die Plantarsehne, welche sich zwischen Fußballen, Ferse und Fußsohle befindet, dient dazu, das Fußgewölbe zu stabilisieren. Bei Beschwerden können regelmäßige Dehnübungen in diesem Bereich bis hin zur Wadenmuskulatur eine langfristige Linderung verschaffen. 

Hierzu stellt man die Beine schrittweit auseinander und setzt eins nach vorne. Das hintere Bein bleibt gestreckt und wird so gedehnt, das vordere ist leicht gebeugt. Der Oberkörper ist aufrecht, die Hüfte gerade, der Blick geht geradeaus. Wichtig ist, die Hüfte aktiv nach vorne zu schieben, um die Dehnung im hinteren Bein zu intensivieren. Die Anfangsdehnung wird etwa 20 Sekunden gehalten, danach geht man schrittweise immer ein Stück tiefer in die Dehnung.

Plantarsehnenentzündung natürlich behandeln

Nicht nur Übungen helfen, der Entzündung im Fuß entgegenzuwirken. Auch sanfte Mittel aus der Homöopathie haben sich bei der Behandlung von Entzündungen bewährt. Bei einer Plantarfasziitis wird Vulkan-Asche gerne als erstes Mittel der homöopathischen Hausapotheke empfohlen. Hekla lava heißt der Wirkstoff, der aus der Asche des Hekla-Vulkans in Island gewonnen wird. Es wird eingesetzt bei Entzündungen und Schwellungen am Fuß. 

Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Kann man einer Plantarfasziitis vorbeugen?

Man kann das Risiko, an einer Plantarfasziitis zu erkranken, ganz gezielt minimieren, indem man darauf achtet, einseitige Belastungen zu vermeiden. Barfuß gehen, seine Füße mit unebenen Untergründen zu fordern und gezieltes Dehnen und Übungen zum Kräftigen helfen, die Plantarfaszie weich und geschmeidig zu halten. Wer viel und gerne joggt oder andere lauflastige Sportarten betreibt, sollte darauf achten, sein Trainingspensum nicht plötzlich drastisch zu steigern, damit es zu keiner Überlastung kommt. So kommen typische Symptome einer Plantarfasziitis gar nicht erst auf und eine Behandlung ist nicht erforderlich.

Quellen:

Plantarer Fußschmerz, in: aerzteblatt.de

Plantarfasziitis  — welche Dehnungen helfen, wenn die Fußsohle wie Feuer brennt, in: liebscher-bracht.com

Bartold, S. (2007). Plantarfasziitis. In Der Fuss des Läufers (pp. 151-167). Steinkopff, Heidelberg.

Arbab, D., Bouillon, B., & Lüring, C. (2016). Plantarfasziitis und der plantare Fersenschmerz-Diagnose und Therapie. OUP12, 696-701.

Barth, S., & Zeller, A. (2022). CME: Plantarfasziitis. Praxis (16618157)111(4).