Kreislaufprobleme durch Stress: Diese Maßnahmen helfen

Vor lauter Stress umkippen – an dieser Redewendung ist tatsächlich etwas dran: Kreislaufprobleme durch Stress treten häufig auf und können im schlimmsten Fall in einen Kreislaufzusammenbruch münden. Das lässt sich jedoch vermeiden, wenn die Warnzeichen frühzeitig erkannt werden.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Chronischer Stress erhöht auf Dauer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Psychische Belastungen haben aber auch unmittelbare Folgen für die Gesundheit, die nicht Jahre auf sich warten lassen, sondern bereits nach kurzer Zeit zu spüren sind. Neben Muskelverspannungen und Magenbeschwerden sind Kreislaufprobleme durch Stress weit verbreitet. Mit einigen Maßnahmen kann man ihnen jedoch effektiv vorbeugen.

Kreislaufprobleme durch Stress – das sind die Ursachen

Stress beschreibt die Reaktion des Körpers auf herausfordernde Situationen und psychisch belastende Reize. Auch, wenn Stress oftmals als unangenehm empfunden wird, hat er eine wichtige Funktion: Er mobilisiert die Energiereserven unseres Körpers, was die Leistungsfähigkeit steigert. Die Voraussetzungen dafür bilden die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin.

Sie bereiten den Körper auf Kampf oder Flucht vor, was sich unter anderem durch einen schnelleren Puls, eine flachere Atmung und einen erhöhten Blutdruck bemerkbar macht. Ist die stressauslösende Situation überstanden, kehrt der Körper in den Normalzustand zurück: Blutdruck, Atmung und Herzschlag normalisieren sich wieder. So die Theorie.

Die Realität weicht davon aber ab. Auf Stress folgt nicht immer eine Phase der Entspannung. Psychischer Stress ist oftmals nicht an eine Situation gekoppelt, sondern kommt in verschiedenen Lebenskontexten vor – und das mitunter über Wochen oder Monate. Druck auf der Arbeit, Konflikte in der Partnerschaft oder Doppelbelastung durch Job und Familie haben zur Folge, dass der Körper immer wieder mit Stresshormonen überschwemmt wird und so dauerhaft im Alarmzustand verbleibt.

Bei Stress neigen viele Menschen zudem zu einem veränderten Essverhalten, das sich negativ auf den Kreislauf auswirken kann: Sie essen zu viel oder zu wenig, lassen Mahlzeiten aus und führen ihrem Körper dadurch zu wenige Nährstoffe zu, was Mangelerscheinungen nach sich zieht. Auch kann es bei Stress leicht dazu kommen, dass man zu wenig Wasser trinkt.

Fehlen Phasen der Entspannung, werden die Energiereserven des Körpers aufgebraucht und es kommt zur Erschöpfung – der Körper ist nicht mehr in der Lage, schnell genug auf Belastungen zu reagieren. In diesem Zustand können zusätzliche ungünstige Faktoren wie Flüssigkeitsmangel oder ein niedriger Blutzucker den Blutdruck schnell absacken lassen und so Kreislaufprobleme hervorrufen.

Kreislaufprobleme durch die Psyche: Auf diese Symptome achten

Probleme mit dem Kreislauf durch zu viel Stress äußern sich durch verschiedene Symptome. Häufig bemerken Betroffene Kreislaufbeschwerden durch einen plötzlich einsetzenden Schwindel bei körperlicher Betätigung oder beim Aufstehen. Daneben können folgende Beschwerden auftreten:

  • Kopfschmerzen

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Erhöhter Puls oder Herzrasen

  • Übelkeit

  • Kalter Schweiß

  • Blässe

  • Benommenheit

  • Augenflimmern oder Schwarzwerden vor den Augen

Wenn der Blutdruck stark abfällt, können Betroffene einen Kreislaufzusammenbruch erleiden und ohnmächtig werden. Verursacht wird dies durch eine Minderdurchblutung des Gehirns, wenn das Blut durch Weitstellung der Gefäße in die Beine sackt.

Die Ohnmacht ist an sich nicht gefährlich; Betroffene kommen in der Regel nach wenigen Sekunden wieder zu Bewusstsein. Allerdings birgt ein Kreislaufkollaps das Risiko, unglücklich zu stürzen. Bei Anzeichen einer drohenden Ohnmacht sollten Sie sich daher unbedingt setzen – im Zweifel auf den Boden, wenn keine Sitzmöglichkeit vorhanden ist.

Wichtig: Wer längere Zeit unter Kreislaufproblemen leidet oder wiederholt ohnmächtig wird, sollte dies in jedem Fall ärztlich abklären lassen, damit organische Erkrankungen als Ursache sicher ausgeschlossen werden können.

Was tun bei Kreislaufproblemen bei Stress?

Im Akutfall helfen verschiedene Maßnahmen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen:

  • Legen Sie sich auf den Rücken und legen Sie Ihre Beine hoch, und zwar so, dass die Füße höher liegen als Ihr Herz. Das hilft vor allem als Sofortmaßnahme bei starkem Schwindel, da durch das Hochlegen der Beine das Blut leichter zum Herzen zurückfließen kann.

  • Ein kalter Waschlappen am Hals oder auf der Stirn kann den Kreislauf anregen, ebenso wenn die Arme für einige Sekunden unter kaltes Wasser gehalten werden. Der Kältereiz verengt die Gefäße, wodurch der Blutdruck wieder ansteigt.

  • Oft macht der Kreislauf Probleme, weil dem Körper Flüssigkeit fehlt. Ein Glas stilles Wasser kann daher das Wohlbefinden schnell wiederherstellen. Generell sollten Sie darauf achten, ausreichend zu trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser sollten es täglich sein.

  • Entstehen die Kreislaufprobleme durch einen niedrigen Blutzucker, wirkt ein Stück Traubenzucker, ein Schokoriegel oder ein Glas Orangensaft stabilisierend.

  • Salziges Essen wie Knabbergebäck oder eine Brezel sind genau das Richtige, um einen niedrigen Blutdruck schnell zu erhöhen.

  • Wenn keine Ohnmacht droht und sich die Kreislaufprobleme lediglich durch Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen bemerkbar machen, hilft Bewegung an der frischen Luft, die Blutzirkulation anzukurbeln.

Bei Stress Kreislaufproblemen vorbeugen

Selbst wenn der Tag noch so vollgepackt mit Terminen und Erledigungen ist – für die Selbstfürsorge sollte man sich dennoch etwas Zeit nehmen, um Stresshormone abzubauen und so Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Ganz wichtig ist es, für Entspannung zu sorgen. Wie das genau aussieht, ist individuell sehr unterschiedlich. Die einen entspannen, wenn sie ein Buch lesen oder ein Bad nehmen, die anderen, wenn sie in der Natur sind oder eine Runde um den Block laufen. Sie machen alles richtig, wenn Ihr Geist „abschalten“ kann und ein Gefühl des Wohlbefindens entsteht.

Empfehlenswert ist es zudem, kleine Ruheinseln in den Alltag zu integrieren – das ist oftmals leichter, als man denkt: Hören Sie in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit Ihre Lieblingsmusik und schließen Sie dabei Ihre Augen, gehen Sie in der Mittagspause an der frischen Luft spazieren oder atmen Sie immer mal wieder für einige Minuten ganz bewusst in den Bauch. Eine tiefe Atmung wirkt beruhigend auf den Körper und erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut.

Bei Stress haben sich Entspannungsmethoden wie Yoga und Progressive Muskelentspannung bewährt, denn sie bauen körperliche und geistige Anspannung zugleich ab. Wenn die Übungen regelmäßig – oder noch besser täglich – durchgeführt werden, stellt sich ein dauerhafter Entspannungseffekt ein. Unter anderem wird die Atmung tiefer und die Muskeln lockern sich. Dadurch kann der Sauerstoff im Körper besser zirkulieren.

Auch Sport ist eine effektive Methode, um den Stresspegel niedrig zu halten. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen helfen dabei, Stresshormone abzubauen. Nicht nur das: Durch Sport schüttet der Körper Glückshormone aus. Der Dopaminspiegel steigt bereits nach wenigen Minuten intensiven Sports an, bei lockerer Bewegung setzt der Körper nach etwa 20 Minuten verstärkt Dopamin frei. Nach dem Training kommt es außerdem zu einem Anstieg des Serotonin-Spiegels. Das Hormon steigert das Wohlbefinden, hellt die Stimmung auf und wirkt sich positiv auf den Schlaf-Wach-Rhythmus aus.

Nicht zuletzt ist eine nährstoffreiche Ernährung ein wichtiger Bestandteil bei der Prävention von Kreislaufproblemen durch Stress – ganz besonders sollte man auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A, E und B achten, da diese Vitamine die Durchblutung verbessern und den Blutdruck stabilisieren.

Quellen:

Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche, in: gesund.bund.de

Stress im Körper, in: stresszentrum-trier.de

Kreislaufkollaps und Synkopen: ukw.de