Kolophonium-Allergie: Bei diesen Produkten sollten Allergiker:innen vorsichtig sein!

Kolophonium-Allergie ist der Fachbegriff dafür, wenn jemand allergisch auf einen bestimmten Inhaltsstoff reagiert, der vor allem in Papierprodukten enthalten ist. Was Kolophonium genau ist, welche Symptome eine Kolophonium-Allergie auslösen kann und wo die Papierfallen im Alltag lauern.

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Mehrmals täglich benutzen wir Toilettenpapier, tupfen den Mund nach dem Essen mit einer Papierserviette ab oder lesen Zeitung – all dies können Menschen, die unter einer Kolophonium-Allergie leiden, nicht ohne weiteres tun. Denn bei ihnen löst ein bestimmter Inhaltsstoff in Papier Allergie-Symptome aus.

Was ist eine Kolophonium-Allergie?

Die wenigsten mögen von einer Kolophonium-Allergie gehört haben – sie zählt jedoch zu den am häufigsten auftretenden Kontaktallergien. Schätzungsweise bis zu fünf Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Dabei reagieren Betroffene nicht auf das Papier selbst allergisch, sondern auf den enthaltenen Stoff Kolophonium.

Kommt der Körper mit Kolophonium in Kontakt, kann er auf das Allergen sensibilisiert werden. Sensibilisierung bedeutet, dass das körpereigene Abwehrsystem den Stoff als potenziell gefährlich einstuft und sich für einen erneuten Allergenkontakt „rüstet“. Kommt die Haut nochmals mit dem Stoff in Berührung, kann dies vor allem Hautbeschwerden wie Ekzeme hervorrufen – in diesem Fall ist nicht mehr von Sensibilisierung, sondern von einer Allergie die Rede.

Die Symptome treten in der Regel nicht sofort auf, sondern erst einige Tage später nach dem Allergenkontakt. Daher zählen Reaktionen gegen Kolophonium zu den Allergien vom Spättyp IV.

Was ist Kolophonium?

Kolophonium ist ein Baumharz, welches aus Nadelhölzern (Kiefern, Tannen oder Fichten) mittels Destillation gewonnen wird. Ein wesentlicher Bestandteil von Kolophonium ist Abietinsäure, das als Hauptallergieauslöser in Kosmetikprodukten gilt. Im Alltag kann die Substanz schlecht gemieden werden, weil viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs Kolophonium enthalten.

Kolophonium: Wo ist es enthalten?

Das Harz findet nicht nur Verwendung in der Papierindustrie zur Herstellung von Büchern und Zeitungen. Auch in vielen Pflege- und Kosmetikprodukten ist Kolophonium enthalten. Das Harz kann Bestandteil folgender Dinge sein:

  • Papierprodukte wie Zeitungen, Papierservietten, Toilettenpapier, Taschentücher

  • Kosmetikprodukte wie Mascara, Seifen, Shampoos, Nagellack

  • Verbandsmaterial wie Pflaster und Wundverbände

  • Streichinstrumente wie Geige (daher wird Kolophonium auch Geigenharz genannt)

  • Sportprodukte wie Bälle, in Handpasten beim Klettern

  • Handwerkerbedarf wie Klebstoffe, Lacke, Farben, Polituren und Bodenbeläge

Selbst in Windeln für Babys ist das Harz oftmals verarbeitet.

Kolophonium-Allergie: Welche Symptome treten auf?

Da es sich um eine Kontaktallergie handelt, sind die Symptome in der Regel auf die Haut lokal begrenzt. Kommt die Haut mit Kolophonium in Berührung, kann sich Stunden später ein allergisches Kontaktekzem entwickeln. Die Stelle ist gerötet und kann nässen. Nimmt das Ekzem einen chronischen Verlauf, kann die Haut trocken und rissig werden.

Ist der Mundraum betroffen, kann dieser brennen und entzündete Schleimhäute aufweisen. Auch eine laufende und juckende Nase kann auf eine Allergie gegen Kolophonium hindeuten. Auch asthmatische Anfälle sind möglich.

Habe ich eine Kolophonium-Allergie? Test kann beim Arzt gemacht werden

Um eine Allergie gegen Kolophonium feststellen zu können, kann ein Hautarzt den sogenannten Epikutantest durchführen. Bei dieser Methode wird eine allergische Reaktion provoziert – daher ist der Begriff Provokationstest auch sehr geläufig. Der Arzt klebt ein großes Pflaster auf die Haut, meistens auf den Rücken. In diesem Pflaster ist nicht nur Kolophonium enthalten, sondern auch andere potenziell Allergie-auslösende Stoffe.

Nach einem bis zwei Tagen wird das Pflaster entfernt und die Haut begutachtet, ob bereits Symptome zu erkennen sind. Nach einigen Tagen muss die Stelle erneut untersucht werden, weil sich dann erst die für eine Kontaktallergie typischen Beschwerden zeigen können.

Kolophonium-Allergie behandeln: Das hilft bei akuten Beschwerden

Ein akutes allergisches Kontaktekzem kann mit hydrophilen Salben behandelt werden, wenn die Stelle nässt. Ist die Haut dagegen trocken, hilft meistens eine fettreiche Creme. Auch entzündungshemmende Arzneimittel wie Kortikosteroide können bei akuten Hautbeschwerden angewendet werden. Haben sich im Ekzem Bakterien vermehrt, besteht das Risiko für eine Infektion. In diesem Fall wird oftmals Antibiotika verschrieben.

Bei allergischem Asthma helfen spezielle Sprays, bei allergischem Schnupfen meistens kortisonhaltige Nasensprays.

Was hilft langfristig bei einer Kolophonium-Allergie?

Da Kontaktallergien nicht heilbar sind, bleibt Betroffenen häufig nur ein Ausweg: das Allergen zu meiden. Das ist bei Kolophonium allerdings nicht einfach, da das Baumharz in sehr vielen Produkten des täglichen Gebrauchs verarbeitet ist. Wichtig ist es deshalb, selbst zum Experten bzw. zur Expertin zu werden, indem man sich mit den Inhaltsstoffen vieler Produkte auseinandersetzt und Alternativen findet.

Diese Tipps sind hilfreich bei einer Kolophonium-Allergie:

  • Achten Sie bei den Inhaltsangaben von Kosmetikprodukten auf die Bezeichnung „Balsam“ – dahinter kann sich Kolophonium verbergen.

  • Wenn auf Produkten das Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) sowie ein Naturkosmetiksiegel abgedruckt ist, können Verbraucher:innen davon ausgehen, dass diese möglichst frei von allergieauslösenden Inhaltsstoffen sind.

  • Wenn Sie sich unsicher sind, ob in einem bestimmten Produkt das Harz enthalten ist, können Sie beim Hersteller direkt nachfragen.

  • Wenn sich der Kontakt mit dem Allergen nicht vermeiden lässt, tragen Sie Schutzkleidung, zum Beispiel Handschuhe beim Zeitungslesen.

Generell eignen sich bei einer Kolophonium-Allergie eher Produkte, die als „hautfreundlich“ gekennzeichnet sind.

Quellen:

Kolophonium, in: allum.de

Kolophonium-Allergie: Symptome, Ursachen und Tipps für Allergiker, in: allergiefreie-allergiker.de

Kolophonium, in: alles-zur-allergologie.de