Ist Tee gesund? Darauf kommt es an!

Die einen trinken besonders an kalten Temperaturen Tee, während andere das ganze Jahr über nichts anderes trinken, weil sie von den gesundheitlichen Vorteilen überzeugt sind. Aber ist Tee gesund? Wir haben die beliebtesten Teesorten unter die Lupe genommen – von grünem Tee, über Pfefferminztee bis hin zu Früchtetee.

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Ist Tee gesund? Viele Menschen würde auf diese Frage mit Unverständnis reagieren. Natürlich ist Tee gesund, schließlich hilft er doch bei Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden – so würde eine typische Antwort wohl lauten. Doch ganz so einfach ist es nicht. Tee kann eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben, aber unter Umständen auch schädlich sein.

Eine Frau gießt Tee in eine Tasse
Foto: istock_FreshSplash

Ist Tee gesund?

Tee wärmt den Körper, steigert das Wohlbefinden und tut bei Halsschmerzen gut. Aber er kann noch viel mehr: Je nach Sorte kann Tee zahlreiche Beschwerden lindern – nicht nur Erkältungsbeschwerden, sondern auch Verdauungsprobleme, Übelkeit, Schlafstörungen oder Wassereinlagerungen. Die Liste der gesundheitlichen Vorteile ist lang. Es gibt kaum ein gesundheitliches Problem, für das es nicht eine passende Teesorte gäbe. Vor allem sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle machen Tee so gesund.

Aber Tee kann auch schädlich für die Gesundheit sein. In Untersuchungen werden immer wieder Schadstoffe wie verbotene Pestizide und Pflanzengift in Tee festgestellt. In Deutschland unterliegt der Anbau von Tee strengen Regeln und Kontrollen, sodass das Risiko für eine starke Schadstoffbelastung in inländischen Produkten geringer ist als in importierten Produkten. Noch geringer ist die Belastung in Tees mit Bio-Qualität, da beim Anbau keine synthetischen Pflanzenmittel eingesetzt werden dürfen.

Weil Tee ein Naturprodukt ist, enthält es zudem Bakterien, Keime, Schimmelpilze und Hefe. Das alles kann in den Organismus gelangen und Krankheiten auslösen, wenn der Tee nicht richtig zubereitet wird. Teeblätter – ob lose oder im Beutel – müssen mit kochendem Wasser übergossen werden und eine bestimmte Zeit ziehen. Nur so können schädliche Mikroorganismen abgetötet werden. Zu heiß trinken sollte man Tee aber nicht, da dadurch die Schleimhäute und die Speiseröhre angegriffen werden können.

Auch von den Pflanzen selbst kann eine Gesundheitsgefahr für bestimmte Personengruppen ausgehen. Einige Beispiele: Tee mit Zimt oder Nelkenblättern kann bei Schwangeren Wehen auslösen, was zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen kann. Zudem steht Zimt im Verdacht, eine schädliche Wirkung auf das Ungeborene zu haben. Brennnesseltee trocknet in höheren Mengen den Körper aus und darf nicht bei Herz- oder Niereninsuffizienz getrunken werden. Und koffeinhaltige Tees können Schlafprobleme und innere Unruhe verstärken.

Welcher Tee ist gesund?

Ob Tee im Einzelfall wirklich gesund ist, hängt entscheidend davon ab, um welche Teesorte es sich handelt. Welche gesundheitlichen Effekte hat grüner Tee, Pfefferminztee und Co.? Ein Überblick:

Ist grüner Tee gesund?

Grüntee ist gesund, weil er Polyphenole enthält. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Geschmack und Farbe von Obst, Gemüse und Getreide beeinflussen und die Pflanze vor Fressfeinden schützen. Im menschlichen Körper haben Polyphenole entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften, das heißt, dass sie die Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützen. Die Pflanzenstoffe sollen dadurch nicht nur das Immunsystem stärken, sondern auch das Cholesterin senken und einen gefäßerweiternden Effekt haben, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert.

Damit der Tee möglichst viele Polyphenole enthält, muss er länger als fünf Minuten ziehen. Doch auf den Geschmack wirkt sich die längere Ziehzeit negativ aus: je länger Grüntee zieht, desto bitterer wird er.

In grünem Tee ist zudem Tein enthalten, eine Substanz die ähnlich wirkt wie Koffein in Kaffee. Grüner Tee macht wach und steigert die Konzentration und Leistungsfähigkeit, zugleich kann er aber – wenn er spät nachmittags oder abends getrunken wird – Einschlafprobleme zur Folge haben, da die Wirkung von Tein länger anhält. .

Aufgrund seines Koffeingehalts ist grüner Tee in größeren Mengen für Schwangere und für Menschen mit empfindlichem Magen nicht empfehlenswert. Viel Grüntee zu trinken, könnte jedoch für jeden gesundheitlich bedenklich sein.

Untersuchungen bringen immer wieder zutage, dass grüner Tee am stärksten mit Schadstoffen verunreinigt ist. Unter anderem konnte in verschiedenen Sorten Pyrrolizidinalkaloide (PA) festgestellt werden. Diese Substanzen sind für Pflanzen wichtig, da sie sich vor Fressfeinden schützen. Für Menschen stellen PA’s jedoch eine echte Gesundheitsgefahr dar, weil sie unter anderem krebserregend sind und die Leber schädigen können. Um dieses Risiko zu meiden, sollte man zu Bio-Tee greifen. Ohne Schadstoffbelastung kann grüner Tee für die Leber sogar gesund sein, da er einer Verfettung entgegenwirkt.

Ist grüner Tee im Beutel auch gesund?

Grüner Tee wartet mit zahlreichen positiven Effekten auf die Gesundheit auf. Aber gilt das auch für Tee in Beutel? Häufig wird loser Tee als gesünder eingestuft. Das dürfte vor allem daran liegen, dass ganze Blätter den Eindruck eines naturnahen, unbehandelten Produkts erwecken. Doch Untersuchungen konnten zeigen, dass in den feinen Partikeln in Beuteltee mehr Polyphenole stecken.

Ist Kräutertee gesund?

Als Kräutertee werden all jene Aufgüsse bezeichnet, die aus getrockneten Kräutern und Pflanzen bestehen. Für den Tee werden alle Pflanzenteile verwendet – Samen, Wurzeln, Stiele, Rinde, Blätter und Früchte. Zu den Kräutertees zählen unter anderem Kamille, Fenchel, Brennnessel, Pfefferminze und Salbei. Sie kommen vor allem bei Erkältungen und Verdauungsbeschwerden zum Einsatz, da sie unter anderem entzündungshemmend, beruhigend und verdauungsfördernd wirken.

Kräutertee kann allerdings auch schädlich sein: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) machte vor rund zehn Jahren eine beunruhigende Entdeckung: In einer Stichprobe wurde in verschiedenen Kräutertees eine hohe Konzentration von Pyrrolizidinalkaloiden entdeckt. Man vermutet, dass die PA’s von Unkraut stammt, das sich unter das Erntegut mischt.

Ist Pfefferminztee gesund?

Pfefferminztee gehört mit seinem süß-würzigen Geschmack zu den beliebtesten Kräuterteesorten. Und auch als Hausmittel kommt er häufig zum Einsatz, da er verschiedene Beschwerden lindern kann. Gegen Husten, Halsschmerzen sowie Infektionen der Nasennebenhöhlen und des Mund- und Rachenraums kann Pfefferminztee etwas anrichten, weil das enthaltene Menthol keimhemmende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzt.

Daneben ist das Heilkraut als Tee gegen Bauchschmerzen, Krämpfen, Blähungen und Magenschleimhautentzündungen geeignet – denn die ätherischen Öle in Pfefferminzblättern hemmen Entzündungen und entspannen die Muskeln im Magen-Darm-Trakt. Pfefferminztee kann daher als gesund bezeichnet werden, aber zu viel davon kann unerwünschte Effekte haben: Bei mehr als vier Tassen pro Tag treten mitunter Sodbrennen und Übelkeit auf. Besonders Schwangere sollten nicht mehr als ein bis zwei Tassen Pfefferminztee täglich trinken, da höhere Mengen die Gebärmutter anregen und Frühwehen fördern kann.

Ist Salbeitee gesund?

Dass Salbei ziemlich gesund sein muss, lässt sich schon an seinem botanischen Namen ablesen: Die Bezeichnung „Salvia“ leitet sich vom lateinischen Wort für heilen – „salvare“ – ab. Genau das kann Tee aus Echtem Salbei (salvia officinalis): zur Heilung beitragen. Diese Wirkung geht zurück auf den hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe), Gerbstoffen und Bitterstoffen.

Für die gesundheitlichen Effekte sind vor allem die ätherische Öle Cineol und Camphen verantwortlich. Sie hemmen das Wachstum von Viren, Bakterien und Pilzen und regen die Durchblutung an. Bitterstoffe und Gerbstoffe bewirken hingegen, dass sich Verschleimungen schneller lösen. Aus diesem Grund ist Salbeitee eines der effektivsten Hausmittel bei grippalen Infekten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Zusätzlich wirkt Salbeitee dank seiner ätherischen Öle entspannend – nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt, sondern auch auf die Psyche. Regelmäßig getrunken, kann Salbei Angstgefühle und innere Anspannung reduzieren.

Für Schwangere ist Salbeitee tabu, da die ätherischen Öle toxisch für das Ungeborene sind und das Risiko für frühzeitige Wehen bergen. In höheren Dosierungen – bei mehr als sechs Gramm pro Tag – kann Salbeitee auch bei Erwachsenen toxisch wirken. Denn in den ätherischen Ölen steckt das Nervengift Thujon, das Krämpfe, Schwindel und Erbrechen verursachen kann.

Ist Ingwer-Tee gesund?

In den letzten Jahren hat sich Ingwer in den westlichen Ländern als Superfood und Hausmittel etabliert. Doch die gesundheitlichen Vorteile der gelben Knolle sind schon weitaus länger bekannt. Bereits vor rund 5.000 Jahren sollen Heiler in China und Indien sie verwendet haben.

Wissenschaftliche Studien bestätigen die heilsame Wirkung. So ist es unter anderem belegt, dass organische Verbindungen in Ingwer eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalicylsäure – der Wirkstoff in Aspirin – zeigen. Deswegen kann Ingwer Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen, was sich besonders bei grippalen Infekten als vorteilhaft erweist. Als bewiesen gilt, dass Ingwer gegen Erkältungen verursachende Rhinoviren helfen kann.

Hinzu kommt, dass die ätherischen Öle und die dem Ingwer Geschmack-verleihenden Scharfstoffe Verdauungsbeschwerden und Übelkeit linden und die Fettverbrennung ankurbeln können. Auch Nährstoffe wie B-Vitamine, Vitamin C, Eisen, Kalium und Magnesium machen Ingwer zu einem gesunden Kraftpaket.

Von den wertvollen Inhaltsstoffen profitiert man allerdings nur in vollem Umfang, wenn man zu frischem Ingwertee greift. In industriell hergestelltem Beuteltee ist der Gehalt der Nährstoffe deutlich geringer – und somit auch die gesundheitlichen Vorteile.

Um Ingwertee selbst herzustellen, muss man lediglich einige Scheiben frisch geschnittenen Ingwer mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

So gesund er auch ist – Ingwer kann auch schädlich sein. Besonders die Scharfstoffe der Knolle beeinträchtigen mitunter die Gesundheit. So sind unter anderem Reizungen der Mund- und Magenschleimhaut, Bauchschmerzen und Sodrennen möglich. Für Schwangere ist der Genuss von Ingwertee in größeren Mengen ebenfalls mit gesundheitlichen Gefahren verbunden.

Ist Früchtetee gesund?

Bei Früchtetee geht es den meisten eher um den Geschmack als mögliche gesundheitliche Vorteile. Doch kann Tee aus getrockneten Fruchtbestandteilen noch mehr als nur gut schmecken? In der Regel sind gleich mehrere Früchte im Tee verarbeitet, die mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern zu einer bunten Mischung zusammengesetzt werden.

Die Zutatenliste von Früchtetees klingt überaus gesund – besonders häufig sind Nährstoffbomben wie Äpfel, Beeren und Hagebutte enthalten. Im getrockneten Zustand und besonders durch industrielle Verarbeitung verlieren die Früchte jedoch den Großteil ihrer Nährstoffe. In losem Tee, der schonend hergestellt wird, bleiben mehr Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffen enthalten, sodass der Früchtetee positive gesundheitliche Effekte haben kann.

Noch dazu eignet sich der Tee zum Abnehmen: Der süße Geschmack der Früchte hemmt den Hunger auf Schokolade und Co. – Zucker ist in Früchtetee aber nicht enthalten, sodass man bedenkenlos mehrere Tassen täglich davon trinken kann.

Menschen, die einen empfindlichen Magen haben oder häufig unter Sodbrennen leiden, sollten hingegen etwas vorsichtiger sein, da Früchtetee einen hohen Säuregehalt hat. Auch für Schwangere ist Früchtetee nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da sich in den Mischungen Zutaten befinden können, die wehenfördernd wirken, wie etwa Himbeerblätter oder Passionsblume.

Gut zu wissen

Als „echte“ Tees gelten streng genommen nur Erzeugnisse vom Teestrauch Camellia sinensis – auf Früchtetees und auch auf Kräutertees trifft dies nicht zu. Sie sind lediglich „teeähnliche Erzeugnisse“.

Welcher Tee ist am gesündesten?

Jeder Tee kann mit Inhaltsstoffen aufwarten, die wertvoll für die Gesundheit sind. Aber welcher Tee ist nun der gesündeste? Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten, sondern nur in Abhängigkeit von den konkreten Beschwerden, die der Tee lindern soll. Was die Wirkung angeht, sticht jedoch grüner Tee heraus, da er Krankheitsrisiken reduzieren kann. Auch Ingwertee besitzt Eigenschaften, mit denen die anderen Teesorten nur schwer mithalten können. Die schmerzlindernde Wirkung und der hohe Nährstoffgehalt machen Ingwer besonders wertvoll für die Gesundheit.

Jedoch kommen beide Teesorten nicht ohne Nebenwirkungen aus. Für Schwangere und Menschen mit empfindlichem Magen sind grüner Tee und Ingwertee in höheren Mengen ungesund. Wie für viele Dinge gilt auch für Tee: Auf die Dosis kommt es an. In Maßen getrunken, lassen sich Nebenwirkungen von Tee vermeiden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt zudem speziell für Kräutertee, verschiedene Teesorten zu trinken und immer mal wieder den Hersteller zu wechseln. So könne man im Zweifel verhindern, dass man zu viele Schadstoffe zu sich nimmt. Grundsätzlich sollte man bei Tee auf Bio-Qualität setzen und auf die richtige Zubereitung achten, um mögliche gesundheitliche Risiken durch Schadstoffe und Keime gering zu halten. Werden diese Dinge berücksichtigt, ist Tee gesund.

Quellen
  • Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln, in: bfr.bund.de (Bundesinstitut für Risikobewertung)
  • Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees sind zu hoch, in: ebd.
  • Die bunte Welt der sekundären Pflanzenstoffe, in: bzfe.de (Bundeszentrum für Ernährung)
  • Tee trinken – und gesund genießen, in: test.de (Stiftung Warentest)