Ist Putin krank? Jetzt soll er operiert werden!

In letzter Zeit tauchen immer neue Spekulationen über den körperlichen und psychischen Zustand von Wladimir Putin auf. Neue Recherchen und Beobachtungen führen nun zu weiteren interessanten Fakten und Theorien darüber, wie krank Putin wirklich ist. Angeblich soll er nun sogar schnellstmöglich operiert werden.

Wie krank ist Wladimir Putin? Eine Frage, die sich derzeit viele stellen. Aber ist sie auch berechtigt? Wenn man den Äußerungen einiger Expert:innen glaubt, absolut. So werden immer wieder Theorien um seine Gesundheit aufgestellt. Welche Anzeichen auf eine ernsthafte Erkrankung Putins hindeuten.

Wladimir Putin sitzt am Rednerpult
Wladimir Putin zeigt sich in seinem Büro während einer Video-Konferenz Foto: IMAGO/ITAR-TASS

Ist Putin krank? Diese Theorien geben Aufschluss

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs diskutiert die Öffentlichkeit über Putins Gesundheitszustand. Viele sind der Meinung, Putin sei verrückt geworden. „Es ist für viele ziemlich offensichtlich, dass mit Putin etwas nicht stimmt“, äußerte sich zum Beispiel der republikanische US-Senator Marco Rubio auf Twitter. Auch andere vermuten eine psychische oder körperliche Erkrankung bei Wladimir Putin.

Welche Theorien am häufigsten genannt werden und was Expert:innen zu Putins Gesundheitszustand sagen.

Wladimir Putin hält sich bei Auftritt im Staatsfernsehen am Tisch fest
Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu zeigten sich im russischen Staatsfernsehen Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Wurde Wladimir Putin bereits operiert?

Über Wladimir Putins Gesundheitszustand ranken sich immer mehr Gerüchte. Nachdem bereits wild über eine Krebs-Erkrankung spekuliert wurde, will nun ein Insider wissen, dass Putin operiert werden muss. Wie unter anderem der "Daily Mirror" berichtet, habe ein hochrangiger Militärmitarbeiter geplaudert – und zwar auf der Social-Media-Plattform Telegram.

So heißt es dort: Putin müsse unbedingt operiert werden aufgrund einer Krebserkrankung. Ein genauer Termin für die Operation stünde zwar noch nicht fest, jedoch sei der Eingriff dringend und könne "nicht verschoben" werden. Als Stellvertreter für den kurzfristigen Ausfall Putins soll bereits Nikolai Patruschew auserkoren sein. Er war bis 2008 Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB.

Welche Krankheit hat Putin? Neue Hinweise auf Parkinson

Dabei gab es doch zuletzt noch ganz andere Spekulationen. So zeige ein TV-Auftritt an Ostern ganz deutlich, dass Putin an Parkinson erkrankt sei. Wie es zu dieser Spekulation kam?

An Ostern zeigte sich Putin erstmals wieder im russischen Staatsfernsehen. Die Bilder des Kreml-Chefs sorgten jedoch für wilde Behauptungen rund um seinen Gesundheitszustand. Während viele zuvor lediglich leichte Tendenzen sahen, sind sich einige nach diesen Bildern sicher: Mit Putin stimmt etwas nicht. So zeigt sich Putin zerbrechlich, als er mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu an einem Tisch sitzt. Die Hand hält sich am Tisch fest, der Körper fällt leicht in sich zusammen. Putin sehe "ungesund" aus, berichtet auch Erik Bucy von der Texas University gegenüber der britischen "Sun". Viele sehen in dem Auftritt des Kreml-Chefs eindeutige Anzeichen dafür, dass Wladimir Putin an einer ernstzunehmenden Krankheit leide. Aber welche?

Ein Gerücht, welches sich hartnäckig hält und durch solche Aufnahmen weiter genährt wird, ist, dass Putin an Parkinson erkrankt sei. So vermutete die Russland-Expertin Louise Mensch bereits im März, dass der Kreml-Chef Parkinson habe. Bei Twitter verselbstständigt sich dieses Gerücht nach dem Oster-Auftritt Putins. Wie so viele Gerüchte, die sich in den vergangenen Wochen gebildet haben.

Grund genug, die Recherchen um Putins Gesundheitszustand tiefer anzugehen, fand auch ein unabhängiges, russisches Journalisten-Team.

Putins lange Krankenakte: Erste Folgen nach Reitunfall

Es ist eine der umfangreichsten Recherchen, die sich rund um Putins Gesundheitszustand dreht und derzeit durch die Medien geht. So habe ein Team von unabhängigen russischen Journalisten im Rahmen eines Recherche-Projekts die Krankenakte Wladimir Putins rekonstruiert. Was die Journalist:innen Mikhail Rubin, Dmitry Sukharev, Mikhail Maglov, Roman Badanin und Svetlana Reuter dabei herausfanden: Wladimir Putin leidet womöglich noch immer an den Folgen eines Reitunfalls.

Demnach sei der Kreml-Chef nach einem schweren Sturz vom Pferd 2012 immer seltener in Erscheinung getreten. Vieles spricht dafür, dass die Verletzungen schwerer waren, als Putin glauben machen wollte, heißt es in den Recherchen "The Projekt" des russischen Journalisten-Teams. Demnach hinke Putin nach dem Unfall noch sichtlich stark, zog sich immer mehr zurück und ließ sich bei TV-Aufnahmen rausschneiden. Es sei eine Operation notwendig, so hieß es unter vorgehaltener Hand im Kreml. Angeblich wurden mehrere Ärzt:innen in den Kreml-Palast beordert. Darunter auch der leitende Arzt Oleg Myschkin, der 2017 mit dem Titel "verdienter Arzt Russlands" ausgezeichnet wurde.

Putin krank nach Verletzung? Erneuter Sturz bei Eishockey-Spiel

Nur ein halbes Jahr nach der vermeintlichen Operation soll sich Putin erneut bei einem Eishockey-Spiel verletzt haben, wie es aus den Recherchen des Journalist:innen-Kollektivs hervorgeht. Hier habe sich der Kreml-Chef noch einmal verletzt und sich beim Sturz sogar überschlagen. Ein Traumatologe sei anschließend im selben Hotel abgestiegen wie Putin.

Neben den russischen Journalist:innen gibt es aber auch noch weitere Expert:innen, die mögliche gesundheitliche Einschränkungen Wladimir Putins bemerkt haben sollen. So reichen die Spekulationen von Krebs über Long COVID bis hin zu Größenwahn.

Spekulationen um Long-COVID-Spätfolgen bei Wladimir Putin

Es ist eine Meldung, die auf den ersten Blick absurd klingt. Wie die britische „Express“ berichtet, kursieren Gerüchte darüber, dass das Kriegsgebaren Wladimir Putins möglicherweise eine Folge von Long COVID sein könnte. Die Vermutung: Putin leide am sogenannten „Brain Fog“ (dt. Gehirnnebel). Der Apotheker Hussain Abdeh von Medicine Direct erklärte gegenüber dem „Express“ dazu: „Untersuchungen zu einem frühen Zeitpunkt der Pandemie ergaben auch, dass eine kleine Anzahl von Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, plötzliche Verhaltensänderungen einschließlich Delirium, Verwirrung und Unruhe erlebten.“

Die Veränderungen seien durch übermäßiges Selbstbewusstsein, Leichtsinn und Verachtung für andere gekennzeichnet, so heißt es. Alles Attribute, die auf Wladimir Putin von außen betrachtet zutreffen. Und klar ist auch, dass Long COVID die geistige Gesundheit beeinträchtigen kann. Es ist jedoch nicht bekannt, ob sich Wladimir Putin überhaupt je mit dem Coronavirus infiziert hat.

Auf der Suche nach der Ursache für Putins irrsinnig erscheinendes Verhalten gibt es noch weitere Theorien, die interessant sind.

Krankheitsbild von Wladimir Putin - Hybris-Syndrom per Ferndiagnose

So stellte Professor Ian Robertson, Neuropsychologe am Trinity College Dublin, die gewagte Ferndiagnose, dass Wladimir Putin auch am sogenannten Hybris-Syndrom leiden könnte. Das Hybris-Syndrom bezeichnet eine Persönlichkeitsveränderung bei Menschen, die sich in einer Machtposition befinden.

Das Syndrom äußert sich ebenfalls durch übermäßiges Selbstvertrauen und Verachtung für andere. „Sobald das Hybris-Syndrom im Gehirn Einzug gehalten hat, sind das Persönliche und das Nationale identisch, weil der Anführer die Nation und ihr Schicksal ist“, erklärte Professor Robertson seine Ferndiagnose gegenüber den Medien.

Wie krank ist Putin? Krebs-Erkrankungen beim Kreml-Chef?

Neue Spekulationen besagen ja, dass Putin wegen einer Krebserkrankung operiert werden muss. Ältere hingegen konkretisieren das Leiden Putins. So soll er bereits seit Jahren an Darmkrebs leden.

Leidet Putin an Darmkrebs? Diese Anzeichen gibt es

Eine neue Theorie geistert seit einigen Tagen im Netz und wurde auch von Medien wie dem "Daily Star" aufgegriffen. Darin heißt es: Der Kreml-Chef Wladimir Putin leide an Darmkrebs im Endstadium. Und er würde vermutlich nicht mehr lange leben. Die Quellen des Daily Stars beziehen sich bei dieser Theorie angeblich auf "nicht näher definierte Geheimdienstberichte" aus dem Pentagon, so heißt es. Anzeichen für die Darmkrebserkrankung gäbe es demnach viele – das geschwollene Gesicht, welches angeblich von einer Chemotherapie gezeichnet sein könnte und Ausdruck ständiger Schmerzen sei.

Schilddrüsen-Krankheit: Vorsichtige Spekulationen um Putin-Krankheit

Ein sicheres Zeichen, dass Putin krank sei, wäre es, wenn er in regelmäßiger ärztlicher Behandlung stünde. Und genau dies behaupten britische Medien.

Wie "The Kyiv Independent" und britische Medien berichten, würden sich Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen regelmäßig um Putin kümmern. Ein möglicher Grund dafür: Schilddrüsenkrebs. Die Berichte stützen sich auf Recherchen der russischen Journalisten-Plattform von "Proekt Media", die in Russland verboten ist. Daher ist die Information über eine Krebserkrankung an der Schilddrüse mit Vorsicht zu betrachten und nicht von offizieller Stelle bestätigt.

Russische Journalist:innen gründen ihre Theorie zum Beispiel darauf, dass der Onkologie-Spezialist Ewgeni Seliwanow zwischen 2016 und 2020 35-mal Putin in Sotschi besucht habe.166 Tage soll der Moskauer Arzt, dessen Schwerpunikt Schilddrüsenkrebs ist, insgesamt bei Putin gewesen sein.

Putin psychisch krank? Lauterbach hält Kreml-Chef für einen Narzissten

Aber nicht nur Stimmen aus dem Ausland befassen sich mit dem Geisteszustand Wladimir Putins. Auch in Deutschland beschäftigt die Frage politische Beobachter und Politiker:innen. So auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der bei einer Bundespressekonferenz Corona-Krise auch zur Ukraine-Krise befragt wurde. Er sehe im Handeln Putins ganz klar „narzisstische Grundbedürfnisse“, die nicht hinnehmbar seien. Die Welt habe etwas „Besseres zu tun, als sich mit den Großmachtfantasien von Putin zu beschäftigen“, sagte Lauterbach gegenüber der Presse.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach
Karl Lauterbach hält Wladimir Putin für einen Narzissten Foto: Imago/political-moments

Auch Expert:innen nehmen die mentale Gesundheit des Kreml-Chefs in den Blick. Psychologe und Hirnforscher Ian Robertson sagte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass Putin typische Merkmale eines Menschen aufweise, der aufgrund seiner jahrzehntelangen Regentschaft einfach nicht mehr mit der Macht, den sein Amt mit sich bringt, umgehen könne. Nach Robertsons Einschätzung könne der russische Präsident nicht mehr zwischen sich und dem Staat unterscheiden.

Auch der französische Europaabgeordnete Bernard Guetta vermutet gegenüber dem Radiosender France Inter, dass er glaube, Putin sei verrückt geworden: „Ich glaube, dieser Mann verliert den Sinn für die Realität, um es höflich auszudrücken.“ CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen meinte am 21. Februar in der Sendung "Hart aber fair", dass der Präsident sich immer weiter "abgeschottet" habe und aufgrunddessen die Kriegssituation nicht mehr richtig einschätzen könne.

Wladimir Putin krank durch Steroide?

Aber genau diese Großmachtfantasien und auch das Auftreten Putins sind es, die eben doch Spekulationen über seine Gesundheit hervorrufen. Eine dieser wurde genährt durch Russland-Experte Udo Lielischkies. Der ehemalige Leiter des ARD-Studios in Moskau äußerte sich bei „Hart aber fair“ ebenfalls zu Putins Gesundheitszustand – und stellte dabei eine These auf. Er verwies auf die Spekulationen der langjährigen US-Präsidentenberaterin Fiona Hill, die in einem Interview vermutete, Putin würde Steroide als Entzündungshemmer einnehmen. Steroide können Aggressivität, Selbstüberschätzung und psychotische Züge hervorrufen. Alles Symptome, die man aktuell zweifelsfrei dem Kreml-Chef zuordnen könnte, wenn man wollte.

Der ehemalige ARD-Mitarbeiter und Russland-Experte Udo Lielischkies fiel in den vergangenen Wochen jedenfalls auf: „Er (Putin) wirkt nicht ganz so wie noch vor einigen Monaten. Vielleicht ist er krank.“

Russischer Präsident setzt auf ungewöhnliche Therapie-Methoden

Dafür sprechen wohl auch seine "ungewöhnlichen Therapie-Methoden. Hier machte vor allen Dingen eine Schlagzeilen:

Nichts für schwache Nerven: Putin soll nach Recherchen der Plattform "Proekt Media" in Altai, eine Region im südlichen Sibirien, zum Beispiel in "Geweihblut" gebadet haben. Warum? Dieses Ritual soll angeblich die Haut verjüngen und das Herz-Kreislauf-System stärken.

Warum so viele Zweifel an Putins Gesundheit?

Die Frage, ob Putin krank ist oder nicht, wurde in den letzten Wochen auch anderen Staatschefs gestellt, die zumindest telefonischen Kontakt zum Kreml-Chef hatten. So berichtete Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach einem fünfstündigen Telefonat mit Putin Anfang Februar, dass der 69-Jährige "anders als früher gewirkt" habe. Er sei "steifer" und "isolierter" gewesen, zitiert die Zeitung "The Guardian" das französische Staatsoberhaupt. Dies sei zwar nur ein weiteres Indiz, ein Beweis oder ein stichhaltiger Hinweis für eine Krankheit ist diese Aussage jedoch bei Weitem nicht. Klar ist jedoch auch, dass es Gründe gibt, warum so viel über die Gesundheit von Wladimir Putin spekuliert wird.

Eine Krankheit Wladimir Putins ist für viele nämlich die einzig logische Erklärung für die derzeitigen Ereignisse – und die neuen Bilder Putins nähren weiter die Gerüchte. Ob Darmkrebs, Parkinson oder Long-COVID – welches Krankheitsbild dahinter steckt und ob Putin sogar operiert werden muss, darüber kann und wird wohl auch weiterhin wild spekuliert werden.