Insekten als Proteinalternative: In diesen Lebensmitteln ist es jetzt erlaubt

Ab heute gilt die neue EU-Verordnung, nach der Insekten künftig als Proteinalternative in zahlreichen Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Wie es dazu gekommen ist und welche Produkte betroffen sind.

Burger mit Mehlwürmern
Mehlwürmer sind schon länger in der EU zugelassen – nun dürfen noch weitere Insekten in Lebensmitteln verwendet werden Foto: iStock/fotostok_pdv

Während Insekten unter anderem in China, Thailand und Kambodscha als Delikatesse gelten, finden es die Menschen hierzulande eher eklig, diese tierischen Zutaten in Lebensmitteln vorzufinden. Doch genau das kann in Zukunft nun häufiger vorkommen – denn heute tritt eine neue EU-Verordnung in Kraft, die Insekten in verschiedenen Lebensmitteln erlaubt.

Mehrere neuartige Lebensmittel genehmigt

Bei der EU-Kommission wurden mehrere sogenannte Novel-Food-Anträge gestellt, die die Zulassung von neuartigen Lebensmitteln fordern. Bereits vor zwei Jahren ließ die EU Mehlwürmer und die Europäische Wanderheuschrecke zu. Genau wie jetzt, ging es auch 2021 darum, Proteinquellen und -alternativen zu finden, um den Eiweißbedarf der Weltbevölkerung decken zu können.

Von den von der Weltgesundheitsbehörde verzeichneten rund 2.000 essbaren Würmer und Insekten wurden nun erneut welche zugelassen: Ausgewählte Unternehmen dürfen zunächst für fünf Jahre bestimmte neue Produkte auf den Markt bringen, darunter die Hausgrille und der Getreideschimmelkäfer.

Diese Produkte können ab jetzt Insekten enthalten

Zunächst dürfen zwei Firmen die kleinen Tiere verarbeiten, nach fünf Jahren können die Produkte dann von verschiedenen Herstellenden erworben und verarbeitet werden.

Das Unternehmen Ynsect NL B. V. darf ab jetzt die Larven des Getreideschimmelkäfers in gefrorener, pastenartiger, getrockneter und pulverisierter Form zersetzen und in mehreren Lebensmitteln verwenden, darunter Brot und Brötchen, Frühstückszerealien, Suppen, Pizza, Nudeln, Schokolade und andere Snacks wie Chips oder Brotstangen.

Die Firma CricketOne Co. Ltd. darf hingegen teilweise entfettetes Pulver aus der Hausgrille in Lebensmittel geben, zum Beispiel in Backwaren, Getreideriegel, Soßen, Kartoffelerzeugnisse, Suppen und Nüssen.

Für diese Menschen ist der Verzehr gefährlich

Für beide Unternehmen ist die Insektenmenge begrenzt, sodass beispielsweise ein Fleischersatz-Produkt nur zu fünf Prozent aus Insekten bestehen darf. Darüber hinaus ist festgelegt, dass die Insekten 24 Stunden bevor sie durch Hitze getötet werden, keine Nahrung mehr bekommen dürfen. Auf diese Weise können die Larven ihren restlichen Darminhalt abgeben. Ob das Produkt in Zukunft Insekten enthält, wird optisch nicht zu sehen sein, denn die Produkte müssen nicht besonders gekennzeichnet werden. Interessierte können aber auf der Zutatenliste nachlesen, ob die tierischen Zutaten enthalten sind.

Grundsätzlich gelten die Käfer und Grillen als gesunde Proteinquelle. Einige Personen sollten sie jedoch lieber nicht verzehren – denn bei Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben oder Krebstiere und deren Erzeugnisse können allergische Reaktionen ausgelöst werden.