Ibuprofen: Herzinfarkt-Risiko verdoppelt ab dieser Dosierung!

Ibuprofen zählt zu den beliebtesten Schmerzmitteln. Umso erschreckender sind folgende Ergebnisse: Eine aktuelle Studie hat herausgefunden, dass das beliebte Schmerzmittel Ibuprofen das Herzinfarkt-Risiko ab einer bestimmten Dosierung deutlich erhöhen kann. Welche Menge nicht überschritten werden sollte.

Blitser mit Tabletten, im Hintergrund ein Wasserglas
Vorsicht vor der Einnahme von Ibuprofen bei Herzproblemen! Foto: iStock/Ruben Gomez Lopez

Bei Schmerzen greifen viele Menschen zu nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAR) wie Ibuprofen (kurz Ibu), Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac. Doch sollte nicht leichtfertig zu diesen Schmerzmitteln gegriffen werden - und vor allem bei einem Medikament ist Vorsicht geboten: Forschende haben herausgefunden, dass insbesondere Ibuprofen das Herzinfarkt-Risiko deutlich erhöhen kann, wenn man eine bestimmte Dosis einnimmt.

Kann Ibuprofen einen Herzinfarkt auslösen?

Dass die Einnahme von NSAR gefährliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben kann, ist bereits seit Längerem bekannt. So hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Jahr 2015 auf das kardiovaskuläre Risiko einer hochdosierten Einnahme von 2.400 Milligramm oder mehr hingewiesen.

Das BfArM hat daher empfohlen, dass Ärzt:innen „eine sorgfältige Bewertung der Risikofaktoren des Patienten für Herz- oder Kreislauferkrankungen vornehmen“ sollten, bevor eine Langzeit-Behandlung mit Ibuprofen eingeleitet würde, besonders wenn hohe Dosierungen benötigt werden.

Ibuprofen: Herzinfarkt-Risiko ab 1.200 Milligramm verdoppelt

Ein Team von Wissenschaftler:innen aus Kanada, Finnland und Deutschland ist in einer Studie zu einem noch dramatischeren Ergebnis gekommen. Demnach kann die Einnahme von 1.200 Milligramm Ibuprofen – das entspricht zwei Tabletten à 600 Milligramm oder drei Tabletten à 400 Milligramm – das Risiko einer Herzattacke um 50 Prozent erhöhen. Und zwar bereits in einer Zeitspanne von acht bis zu 30 Tagen.

Wie wirken NSAR?

Nicht-steroidale Entzündungshemmer bremsen bestimmte Enzyme im Körper aus, die Entzündungsreaktionen wie Schmerzen, Schwellungen und Fieber auslösen und steuern. Sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und leicht fiebersenkend und werden unter anderem gegen Kopf- und Regelschmerzen, bei Rückenbeschwerden oder bei Fieber eingesetzt.

Da ihre Wirkung nach ca. vier bis sechs Stunden nachlässt, werden oft mehrere Tabletten oder Kapseln am Tag eingenommen. Die am häufigsten verwendeten NSAR sind Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen.

Ibuprofen und Herzinfarkt: Empfohlene Dosis liegt höher

Zu bedenken ist, dass die empfohlene Dosis deutlich über dem Wert von 1.200 Milligramm Ibuprofen liegt. Laut Gelber Liste wird für gesunde Erwachsene zu einer maximalen Tagesdosis zwischen 1.200 und 2.400 Milligramm geraten – was den riskanten Wert überschreitet.

Ibuprofenhaltige Mittel sind in geringerer Dosierung (bis zu 400 Milligramm) auch rezeptfrei zu erhalten, was für Menschen, die nicht um das Risiko wissen, besonders gefährlich ist. Deswegen sollte die Höchstdosis pro Einnahme und Tag nicht überschritten werden.

Herzinfarkt durch Ibuprofen: Achtung bei Herzinsuffizienz

Die Erkenntnis, dass Ibuprofen das Herzinfarkt-Risiko derart stark erhöhen kann, ist alarmierend. Eine dänische Studie hat belegt, dass auch bei der Einnahme von Diclofenac das Herzinfarkt-Risiko signifikant steigt. Expert:innen empfehlen daher, die Einnahme zu beschränken, bei Ibuprofen zum Beispiel auf maximal 1.200 Milligramm pro Tag.

Menschen, die an einer Herzinsuffizienz oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten völlig auf Ibuprofen, Diclofenac und andere NSAR verzichten. Wichtig ist es dann, sich mit Arzt oder Ärztin zu beraten, um die Schmerzen auch ohne diese Mittel in den Griff zu bekommen – und das Risiko eines Herzinfarkts durch Ibuprofen ganz zu vermeiden.