Homöopathie bei nervlicher Störung: „Der Körper braucht oft nur leichte Unterstützung“

Ihre Neuropathie ist nicht heilbar. Doch mit sanfter Hilfe bekommt Christel Krettek die Symptome in der Regel gut in den Griff.

Globuliflasche und Blüten
Homöopathie kann auch die Symptome von Neuropathie lindern Foto: iStock/megakunstfoto
Christel Krettek
Schon als junge Frau vertraute die heute 74-Jährige auf die Heilkraft sanfter Naturmedizin Foto: Privat

Die Magdeburgerin und ihr Mann hatten schon etliche Therapien ausprobiert, bevor sie homöopathische Medikamente kennenlernten.

Wie kam ich auf die Homöopathie?

Ich habe mich schon immer ohne Scheuklappen für Ansätze interessiert, die Körper und Seele als Einheit ansehen. Das fing mit Yoga und Tai Chi an und mündete in Bachblüten, Homöopathie und andere Naturheilverfahren. Vor 20 Jahren habe ich dann eine Heilpraktikerin mit homöopathischer Zusatzausbildung kennengelernt. Die Therapiemethode hat mich sofort überzeugt.

Welche Beschwerden hatte ich?

Ich leide an einer Neuropathie, das ist eine unheilbare nervliche Störung. Bei mir äußert sich die Krankheit durch starkes, sehr unangenehmes Brennen an den Fußsohlen. Und mein Mann hatte lange Zeit starke Rückenschmerzen infolge eines Bandscheibenvorfalls. Er hat diverse Therapieversuche unternommen – Wärmepflaster, Spritzen, Tabletten. Aber die schlimmen Schmerzen kamen immer sofort wieder.

„Der Mensch kann zwar helfen, die Natur allein aber kann heilen.“
Alfred Vogel (1902-1996), Schweizer Heilpraktiker

Welche Mittel haben uns geholfen?

Gegen die neuropathischen Schmerzen nehme ich Sulfur und Phosphor in hoher Potenz. Das Brennen geht dadurch nicht ganz weg, aber es wird gut erträglich. Und mein Mann hatte schließlich das Glück, dass unsere Apothekerin ihm Rhus toxidodendron-Tabletten empfohlen hat. Die haben ihm hervorragend geholfen, und seitdem lässt er nichts mehr auf die Homöopathie kommen.

Homöopathie-Experte Dr. Markus Wiesenauer, Allgemeinmediziner, empfiehlt:

Die beiden homöopathischen Mittel Sulfur und Phosphorus werden bei Berücksichtigung individueller Ursachen bei Nervenschmerzen eingesetzt.

Und ein regelrechter „Klassiker“ der Homöopathie bei den Folgen eines ärztlich geklärten Bandscheibenvorfalls ist Rhus toxicodendron.

Dosierung: Wichtig bei Sulfur und Phosphorus: Die Arzneistärke C30 bzw. ein Mittel mit dieser sogenannten

„Potenz“ wird meist 2-mal pro Woche, jeweils 5 Globuli angewendet. Rhus toxicodendron: D6, 3-mal tägl. 5 Globuli. Nicht vergessen: Klingen die Beschwerden ab, wird das Arzneimittel abgesetzt.

Was gilt es zu beachten?

Es kann sein, dass man nicht gleich beim ersten Versuch das richtige Mittel erwischt, sondern dass erst das nächste wirkt. Und man muss wissen, dass es oft zur sogenannten Erstreaktion kommt. Das bedeutet, dass sich die Beschwerden nach der ersten Einnahme kurzzeitig verstärken, bevor sie sich bessern. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen.

Wie wirkt die homöopathische Heilmethode auf meinen Körper?

Ich finde es immer wieder faszinierend, dass der Organismus die meisten gesundheitlichen Probleme ganz ohne Hilfe löst. Er stellt dazu ja selbst Stoffe her – zum Beispiel schmerzlindernde Morphine und entzündungshemmende Substanzen. Anstatt Beschwerden einfach zu unterdrücken, unterstützen homöopathische Medikamente diesen körpereigenen Selbstheilungsprozess. Das gibt mir immer ein sehr gutes Gefühl.

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte

Haben Sie auch gute Erfahrungen mit der homöopathischen Heilmethode gemacht? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns davon berichten! Schreiben Sie uns an: meinegeschichte@bauermedia.com

Text aus: tv Hören & Sehen 24/21