Corona: Erste Kliniken melden Notstand

Wegen hoher Infektionszahlen droht der Betrieb in mehreren Krankenhäusern zu kollabieren. Wo die ersten Kliniken wegen Corona den Notstand ausrufen und was das für die Patient:innen bedeutet.

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Alle News rund um Corona hier im News-Ticker!

+++04.07. Schleswig-Holstein: Erste Kliniken melden Corona-Notstand+++

Die Inzidenzen steigen wieder – und auch das Personal in den Krankenhäusern ist betroffen: Aktuell meldet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), dass 70 Ärzt:innen und 200 Pflegekräfte wegen Corona nicht ihrer Arbeit nachgehen könnten. Insgesamt befinden sich 479 der 16.000 Beschäftigten an den Standorten Kiel und Lübeck in Quarantäne. Aus diesem Grund wurden bereits mehrere Stationen geschlossen bzw. zusammengelegt, Mitarbeitende dürfen nicht auf Dienstreise gehen.

Personal-Notstand wegen Corona: Operationen werden verschoben

Nicht zwingende Operationen werden deshalb verschoben. „Es werden alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Kliniken und Notaufnahmen gebraucht, um relevante akute Erkrankungen mit dem vorhandenen Personal versorgen zu können“, heißt es von Seiten des UKSH.

Denn nicht nur das Personal erkrankt zunehmend an COVID: Auch immer mehr Patient:innen werden wieder eingeliefert und müssen mit großem Aufwand versorgt werden. Verschiedene Kliniken in Schleswig-Holstein bitten Patient:innen daher dringend, nur im medizinischen Notfall in die Notaufnahme zu kommen.

Corona-Notstand bei Feuerwehr & Co.

Zugleich sind in Kiel noch weitere Kliniken und Dienste betroffen. So melden das Städtische Krankenhaus, das Lubinus Clinicum und mehrere Arztpraxen coronabedingte Ausfälle. Patient:innen müssen mit längeren Wartezeiten und weiteren Fahrwegen rechnen. Die Rettungsdienste werden unterdessen von der Berufsfeuerwehr unterstützt. Dies hat zur Folge, dass große Löschzüge schlimmstenfalls nicht ausrücken können bzw. von freiwilligen Feuerwehren ersetzt werden müssen.

Auch in Hamburger Kliniken Probleme durch Corona

Mehrere Krankenhäuser in Hamburg melden ebenfalls personelle Probleme wegen steigender Infektionszahlen. So hatte die Asklepios Klinik Nord Heidberg letzte Woche nur 5 von 11 Operationssälen in Betrieb, da – wegen Corona und der beginnenden Urlaubszeit – zu viele Beschäftigte fehlten. Diese Woche solle laut Klinik aber alles wieder „uneingeschränkt“ im Normalbertrieb laufen.

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) fehlen derzeit rund 250 der über 14.400 Mitarbeitenden wegen Corona, weshalb auch hier weniger dringende Operationen verschoben werden. Laut UKE betreffe dies aber bislang nur eine geringe Zahl an geplanten Eingriffen.

+++Corona: Inzidenzen steigen weiter an+++

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet auf seinem Dashboard 2.365 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt jetzt 650,7, es gibt 3 neue Todesfälle. Bundesweiter Spitzenreiter ist Schleswig-Holstein mit einer Inzidenz von 1.015,6.

Auch die 3 Landkreise mit den höchsten Inzidenzen liegen in Schleswig-Holstein:

  • Plön 1.778,1

  • Rendsburg-Eckernförde 1.721,1

  • Kiel 1.649,2

Es folgen Coesfeld in Nordrhein-Westfalen (1.474,8) und Verden in Niedersachsen (1.367,7).

Quellen:

Personalmangel wegen Omikron-Infektionen: Erste Kliniken melden Corona-Notstand in: merkur.de

Über 270 Mitarbeiter an Corona erkrankt: Personalnotstand in deutscher Klinik in: rtl.de

Personalengpässe in den Krankenhäuser in: welt.de

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard in: experience.arcgis.com

+++30.06. TV-Star schwer an Corona erkrankt+++

Prinz Frédéric von Anhalt hat sich mit Corona infiziert und wird in einem Krankenhaus in den USA behandelt. Der 79-Jährige, der in Deutschland 2021 durch seine Teilnahme bei "Kampf der Realitystars" von sich reden machte, gestand in einem Interview, dass er Angst hat, an der Infektion zu sterben.

Prinz Frédéric von Anhalt
Prinz Frédéric von Anhalt Foto: IMAGO/POP-EYE

Prinz Frédéric von Anhalt: Mit SARS-CoV-2 im Krankenhaus

Laut eigener Aussage hat sich der TV-Star bei der Arbeit an einem Filmset im kalifornischen Burbank mit COVID-19 infiziert. Im Telefoninterview mit der "AZ" beschrieb er seinen Zustand als dramatisch. Seit einigen Tagen liegt er in einer Klinik, wo man sich um ihn kümmert.

"Meine Lunge drückt und mein ganzer Körper schmerzt. Ich kann nicht mehr aus dem Bett steigen und würde sofort umkippen."

"Hoffentlich überlebe ich das hier"

Der Adoptivsohn von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt (†1983) und Witwer von Schauspiel-Ikone Zsa Zsa Gabor (†2016) scheint geläutert. Unumwunden gestand er: "Ich habe mich immer über Covid lustig gemacht. Jetzt geht es mir unfassbar schlecht. Ich habe so etwas noch nicht erlebt."

Die Scherze über COVID-19 sind dem gebürtigen Rheinland-Pfälzer vergangen. Im Gegenteil hat Prinz Frédéric von Anhalt Angst, die Infektion nicht zu überstehen: "Ich habe Angst, dass mich Corona umhaut. Hoffentlich überlebe ich das hier."

Eigenen Berichten zufolge hat Prinz Frédéric von Anhalt niemanden, der ihn durch die schwere Zeit begleitet. Im Krankenhaus ist er jedoch zumindest medizinisch gesehen in den besten Händen.

+++Corona-Zahlen: Infektionslage nimmt weiter zu+++

In den vergangenen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 132.671 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 13.311 Fälle mehr als in der Vorwoche, wo 119.360 Neuinfektionen gemeldet worden waren. Seit Beginn der Pandemie wurden 28.180.861 Corona-Fälle in Deutschland labortechnisch erfasst.

Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona verstorben sind, erhöhte sich um 83 auf insgesamt 141.105 Personen.

7-Tage-Inzidenz steigt weiter

Hatte das RKI gestern eine bundesweite Inzidenz von 646,3 gemeldet, liegt sie heute bei 668,6. Vor einer Woche hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen und Woche noch 532,9 betragen.

Die Impfquoten in Deutschland verteilen sich wie folgt:

  • Erstimpfung: 77,8 Prozent

  • Vollständig geimpft: 76,2 Prozent

  • Booster-Impfung: 61,6 Prozent

+++29.06. Bayern streicht FFP2-Pflicht teilweise+++

Bayerns aktuelle Corona-Verordnung gilt noch bis zum 2. Juli, danach tritt eine geänderte Version in Kraft. Diese sieht unter anderem vor, dass im öffentlichen Nahverkehr keine FFP2-Masken mehr getragen werden müssen.

Veränderte Bedingungen im Sommer

"Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie ist es wichtig, dass wir unsere Regelungen immer wieder auf den Prüfstand stellen und an die neuen Umstände anpassen", kommentierte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die Entscheidung seiner Regierung.

Zwar steigen die Corona-Zahlen aktuell. Jedoch sei es angesichts der heißen Sommertage verhältnismäßig, dass Bürgerinnen und Bürger im ÖPNV zu den luftdurchlässigeren medizinischen Masken greifen dürfen.

Maskenpflicht entfällt nicht vollständig

Holetschek betonte allerdings auch, dass die neue Regelung nur eine Entscheidung zwischen FFP2- und medizinischer Masken möglich mache, nicht aber ein Wegfallen der Maskenpflicht bedeute.

"Ganz wichtig ist: Die Maskenpflicht im ÖPNV bleibt bestehen", betonte der CSU-Politiker. "Wir brauchen weiterhin Schutzmaßnahmen angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens."

Grundsätzlich empfiehlt die bayrische Regierung, "überall dort auf FFP2-Masken zu setzen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen". Bei "durchgehend korrektem Tragen" bieten allerdings auch medizinische Masken ausreichend Schutz.

+++Bundesweite Inzidenz steigt weiter+++

Das RKI meldet heute eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 646,3. Am Vortag hatte der Wert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner:innen und Woche noch bei 635,8, in der Vorwoche bei 488,7 gelegen.

Insgesamt 133.950 neue COVID-19-Fälle verzeichneten die Gesundheitsämter in den vergangenen 24 Stunden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Zahl der Corona-Toten erhöht sich um 175 auf jetzt 141.022 Menschen, die mit oder an SARS-CoV-2 gestorben sind. Infiziert haben sich bisher 28.048.190 Personen in Deutschland mit Corona.

+++22.06. Lauterbach legt "Corona-Herbststrategie" vor+++

Ab dem heutigen Mittwoch beraten die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern über die so genannte Corona-Herbststrategie von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Dieser sieben Punkte umfassende Plan sieht unter anderem eine deutliche Beschränkung von anlasslosen Bürgertests vor.

Kostenlose Bürgertests bald nicht mehr kostenlos

Wie das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND) berichtet, sollen Corona-Bürgertests in Zukunft nur noch für vulnerable Gruppen und bei Symptomen kostenlos durchgeführt werden – etwa für:

  • Präventivtestungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern

  • Menschen mit "einer Kontraindikation zur Impfung" (z.B. Schwangere im ersten Trimester)

  • Kleinkinder und Menschen mit vielen Kontakten vor Großveranstaltungen

  • Geflüchtete aus der Ukraine

Anlasslose kostenfreie Bürgertests soll es nicht mehr geben.

Keine kostenlosen Bürgertests mehr: Und dann?

Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte bereits die Auswahl derer, die sich kostenlos testen dürften. Bei Präventivtestungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern würden wichtige Gruppen nicht berücksichtigt: Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pfleger:innen.

"Deshalb darf es keinen Kahlschlag bei den kostenlosen Bürgertests geben", sagte er laut "ZDF". Wie viel Bürgertests in Zukunft kosten sollen, ist derzeit nicht bekannt.

+++7-Tage-Inzidenz schwankt weiter+++

Das RKI meldet heute eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 488,7. Gestern lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen und Woche bei 458,5. Vor einer Woche hatte die Inzidenz 472,4 betragen.

In den vergangenen 24 Stunden wurden den Gesundheitsämtern in Deutschland 119.232 Corona-Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle gemeldet. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland 27.454.225 Personen mit SARS-CoV-2 infiziert. 140.462 Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben.

+++17.06. EMA prüft Varianten-Impfstoff gegen Omikron+++

Der Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer ist auf die Omikron-Mutante angepasst und soll noch besser vor einer Ansteckung mit dieser Corona-Variante schützen. Bislang gibt es in der EU noch kein zugelassenes Vakzin, dass gezielt gegen Omikron schützt und bei einer erneuten Booster-Impfung zum Einsatz kommen könnte. Die Pharmaunternehmen arbeiten jedoch mit Hochdruck daran: Auch Moderna entwickelt derzeit einen angepassten Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante und will die Daten in den nächsten Wochen an die Zulassungsbehörde übergeben.

EMA: Beschleunigte Prüfung vor nächster Corona-Welle

Laut einem Bericht des Ärzteblatts hat die EMA ein schnelles Prüfverfahren des Impfstoffs von Biontech/Pfizer eingeleitet. So soll sichergestellt werden, dass das neue Vakzin noch vor einer möglichen Corona-Welle im Herbst in allen EU-Ländern bereitsteht.

Die EMA erklärte dazu, dass zunächst Daten zur chemischen Zusammensetzung, Herstellung und Kontrollen geprüft würden. Sobald die Hersteller klinische Daten übermittelten, würden die Experten auch die Wirksamkeit bewerten. Einzelheiten zu den spezifischen Virusvarianten, gegen die der Impfstoff schützen soll, gibt es laut EMA noch nicht.

Noch kein Zulassungsantrag für neuen Varianten-Impfstoff

Nach dem Verfahren zur Prüfung wird die EMA das neue Vakzin ständig durch die Daten aus Tests und Studien überwachen. Dem Bericht zufolge wurde bisher jedoch noch gar kein Zulassungsantrag gestellt. Biontech/Pfizer wollen demnach in Kürze auch das Zulassungsverfahren bei der US-Arzneimittelbehörde FDA starten. Wie lange Prüfung des neuen Varianten-Impfstoffs durch die EMA dauert und wann es eine Zulassung geben könnte, ist noch nicht bekannt.

Quelle:

EMA prüft Variantenimpfstoff von Pfizer/Biontech in: aerzteblatt.de

+++15.06. Corona-Zahlen steigen rasant an+++

Das „Comeback“ von Corona kam für viele schneller als gedacht. Die aktuellen Zahlen zeigen: Wir sind mitten drin in der Sommerwelle. Das Robert-Koch-Institut meldete am heutigen Mittwoch (15.06.) eine bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 472,4. Noch am Vortag lag der Wert bei 447,3. Der Vergleich zur Vorwoche (Inzidenz bei 238,1) zeigt jedoch deutlich: Die Corona-Zahlen steigen rasant. So wurden von den Gesundheitsämtern am heutigen Mittwoch 92.344 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vorwoche: 84.655).

Dabei bedenke man: Längst werden vom RKI nicht mehr alle Fälle erfasst. Wie stark die Corona-Dynamik an Fahrt aufgenommen hat, zeigt auch eine aktuelle Grafik der Zeitung „Welt“.

Die aktuelle Entwicklung lässt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht kalt. Bei Twitter kommentierte er die Grafik wie folgt: „Eine Sommerwelle war zu erwarten.“

Lauterbach empfiehlt Rückkehr zum Maske-Tragen und 4. Impfung

Gegenüber der „Rheinischen Post“ äußerte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angesichts der steigenden Zahlen besorgt. „Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden. Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung", prognostiziert Lauterbach.

Einen „Sommereffekt“, wie es ihn in den letzten Pandemie-Jahren gegeben habe, den sehe Lauterbach in diesem Jahr hingegen nicht. „Weil die aktuelle Virusvariante sehr leicht übertragbar ist und weil fast alle Vorsichtsmaßnahmen ausgelaufen sind, verpufft in diesem Jahr der Sommereffekt in der Pandemie“, ist sich der Gesundheitsexperte sicher. Was aber tun, wenn die Zahlen nun weiter steigen?

Rückkehr zur Maskenpflicht

Um auch in diesem Jahr gut durch den Sommer zu kommen, empfiehlt Karl Lauterbach via Twitter „freiwilliges Tragen von Masken im Innenraum und eine 4. Impfung. Das seien die besten Gegenmittel, so der Minister. Gegenüber der „Rheinischen Post“ wird Lauterbach noch einmal konkreter: „Älteren und Vorerkrankten empfehle ich daher dringend, sich nochmal impfen zu lassen. Das verhindert nicht unbedingt eine Infektion, aber es verhindert schwere Krankheitsverläufe.“

Über den Sinn einer vierten Corona-Impfung für alle sind sich nicht alle Expert:innen einig, da ihr Nutzen laut Studienlage nicht eindeutig bestätigt werden kann. Für besonders gefährdete Gruppen wird sie jedoch offiziell empfohlen.

Das Warten auf einen angepassten Impfstoff an die Omikron-Variante kann sich hingegen noch ein wenig in die Länge ziehen. Wann dieser auf den Markt kommt, ist leider noch nicht klar. Viele rechnen erst im Herbst mit einem Omikron-Impfstoff.

+++10.06. Virologe Drosten beunruhigt wegen steigender Sterberate+++

„Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei!“ Da waren sich am vergangenen Freitag alle einig, als der Corona-Expertenrat mögliche Szenarien für den Herbst/Winter 2022 vorgestellt hat. Auch die aktuell wieder ansteigenden Corona-Zahlen bestätigen das. Gegenüber dem „Spiegel“ hat Virologe Christian Drosten sich ebenfalls zur aktuellen Corona-Situation geäußert.

Demnach sei der Virologe ein wenig beunruhigt, was die steigenden Todesfälle in Portugal angeht. Zwar sei die Zunahme an Infektionsfällen durch die Omikron-Variante BA.5 zwar nicht weiter überraschend, jedoch sei der Anstieg der Sterbefälle in Portugal, dort, wo die Variante BA.5 zuletzt stark anstieg, etwas besorgniserregend.

Vergleiche man die Zahlen, sei hier eine Steigung bei den Todeszahlen zu erkennen. Die Frage, die sich auch dem Experten stellt, ist: Warum? Denn auch in anderen europäischen Ländern, wo es zuletzt einen BA.5-Anstieg gab, gab es keine Zunahme der Letalität. „Dafür gibt es keine offensichtlichen Erklärungen“, sagt Christian Drosten gegenüber dem „Spiegel“. Für mehr Klarheit müsse man noch etwas abwarten. Erst dann könne man sehen, „ob sich etwas Ähnliches bei uns einstellt“, erklärt der Experte weiter.

Quelle:

Drosten sorgt sich wegen wachsender Sterberate bei Omikron, in: Spiegel.de

+++08.06. Corona-Expertenrat gibt Stellungnahme ab+++

In der heutigen Bundespressekonferenz haben Prof. Dr. Heyo Kroemer, Prof. Leif Eric Sander, Prof. Christian Karagiannidis und Prof. Cornelia Betsch die bereits elfte Stellungnahme des Corona-Expertenrats erläutert und Empfehlungen ausgegeben, welche Szenarien im kommenden Herbst/Winter möglich wären. Dabei gilt es explizit „keine Panik zu verbreiten“, sondern die „pandemiemüde Bevölkerung“ auf die kommenden Monate vorzubereiten. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagt Prof. Heyo Kroemer einleitend und erklärt, welche möglichen Szenarien aus Sicht des Expertenrats denkbar sind.

3 mögliche Szenarien für den Corona-Herbst

1.    Szenario – der günstige Fall: Es breitet sich im Vergleich zu Omikron eine noch harmlosere Variante aus mit milderem Verlauf. Hier wären keine stärker eingreifenden Schutzmechanismen mehr notwendig.

2.    Szenario – das sogenannte Basis-Szenario: Die Omikron-Variante entwickelt sich weiter, aber die Virulenz bleibt ungefähr gleich wie die aktuell zirkulierende Virus-Variante. Es kommt zwar immer wieder zu wellenartigen Infektionen, die auch mit einer hohen Belastung des Gesundheitssystems einhergehen, es müssen aber keine stark eingreifenden Schutzmechanismen greifen. Es ist mit saisonalen Anstiegen der Infektionen zu rechnen.

3.    Szenario – das ungünstigste Szenario: Es dominiert eine Virusvariante, die noch ansteckender und auch krankmachender ist. Intensivstationen werden stark belastet. Allgemeine Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebote werden wieder notwendig.

Ausgenommen bei möglichen Szenarien für den Corona-Herbst und -Winter haben die Expert:innen die Möglichkeit, dass sich eine Virusvariante durchsetzt, die vollständig der Corona-Impfung entgeht.

Ist künftig noch Quarantäne notwendig?

Auf die Frage, ob künftig auch Quarantäne-Maßnahmen eine Rolle spielen, hat der Expertenrat eine eindeutige Meinung. Quarantäne-Maßnahmen sind nur noch dann notwendig, wenn eine deutlich krankmachendere Variante sich durchsetzt, wie es im „ungünstigen Szenario“ der Fall wäre.

Wie geht Deutschland in den Corona-Herbst?

Bei den hier vorgestellten Szenarien, denen entsprechende Maßnahmen folgen müssen, handelt es sich ausdrücklich um Prognosen. „Keines dieser Szenarien können wir sicher vorhersagen“, sagt Prof. Leif Eric Sander von der Charité. Man habe ein Virus, was sich ständig weiterentwickelt. Die Stellungnahme des Expertenrats stellt einen Versuch dar, für den kommenden Herbst-Winter zeitnah Maßnahmen zu treffen. Wichtig dabei sind unter anderem folgende Punkte:

  • eine frühzeitige Intervention, um sich an das Infektionsgeschehen anzupassen,

  • eine gute Patient:innen-Versorgung durch regionale und bundesweite Versorgungskonzepte,

  • eine Datenerhebung, die ein digitales Echtzeitlagebild möglich macht und

  • ein vernünftiges Verhaltensmanagement mit entsprechender Kommunikation.

Der Expertenrat sei sich sicher: Man befinde sich auf dem richtigen Weg. Man habe alle Erfahrungen gemacht mit dem Virus und vielleicht auch mit der Krankheit. Nun müsse man die Bevölkerung, abgestimmt durch Bund und Länder, explizit auf die kommenden Monate vorbereiten.

Wie geht es jetzt weiter?

Ende Juni soll ein Expertengremium der Bundesregierung eine Evaluierung der Maßnahmen für die kommenden Monate vorlegen. Im Anschluss beraten Bund und Länder, was zu tun ist. Das derzeitige Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September aus.

+++07.06. 39 Tote nach Corona-Ausbruch: Hygienestandards nicht eingehalten? +++

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt wegen des Anfangsverdachts auf unzureichend eingehaltene Hygienestandards im Pflegeheim Haus Paulus in Rastatt. Man vermutet, dass sich das Coronavirus dadurch weiterverbreiten und noch mehr Todesopfer fordern konnte.

Wie die Behörde mitteilte, werde geprüft, „ob mangelhafte Vorkehrungen gegen die Ausbreitung desCovid-19-Virus oder anderweitige Verstöße gegen Hygiene- undPflegestandards den Tod verursacht oder mitverursacht haben.“ Im Raum stünden „unzureichende Wundversorgung,unzureichende Behandlung von Erkrankungen, fehlerhafte Versorgung mitMedikamenten und freiheitsentziehende Maßnahmen ohne richterlicheGenehmigung.“ Angeblich seien Bewohner:innen ans Bett fixiert worden.

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: Ermittlungen auf 20 Todesfälle ausgeweitet

Diesem Verdacht wird jetzt in insgesamt 20 Fällen nachgegangen. Die Bewohner:innen des Pflegeheims waren zwischen Mitte Dezember 2021 und Mitte Februar 2022 verstorben, entweder direkt an oder im Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

19 weitere Menschen in der Anlage waren bereits vorher gestorben. Auch bei ihnen prüft die Staatsanwaltschaft, ob hygienische Mängel zum Tod beigetragen haben könnten.

39 Tote nach Corona-Ausbruch: Betreiber weist Anschuldigungen zurück

Das Pflegeheim in Rastatt wird von der Kursana-Gruppe betrieben. Diese weist einen Zusammenhang zwischen den Mängeln und den Todesfällen zurück. Schuld seien vielmehr die hohe Impfskepsis und die niedrige Impfquote in Deutschland, so eine Sprecherin. Daher sei eine Verbreitung des Coronavirus trotz umfassender Schutzkonzepte nicht immer zu verhindern. Die Verstorbenen seien im Schnitt weiter über 80 Jahre alt gewesen, 11 von ihnen hätten sich gar nicht oder nur einmal impfen lassen, keiner sei geboostert gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht nach dem Corona-Ausbruch mit 39 Todesfällen von schwierigen Ermittlungen aus, die sich lange hinziehen könnten.

Quelle:

Ermittlungen wegen Corona-Toter in Rastatter Pflegeheim ausgeweitet in: krankenkassen.de

+++31.05. Weltärztechef warnt vor Omikron-Variante BA.5+++

Die explosionsartigen Anstiege der Fallzahlen in Portugal haben ihre Wirkung nicht verfehlt. So äußert Weltärztechef Ulrich Montgomery nun gegenüber der „Rheinischen Post“, dass er sich durchaus Sorgen mache, der Omikron-Subtyp BA.5 könne sich auch in Deutschland stark ausbreiten.

"Corona ist noch nicht vorbei – das belegt der heftige Ausbruch von Omikron in Portugal", erklärte Montgomery gegenüber der „Rheinischen Post“.

Laut Weltärztechef werde sich BA.5 auch in Deutschland ausbreiten und dann auch die bereits Geimpften vermehrt treffen. „Je klüger wir uns jetzt verhalten, umso weniger drastische Maßnahmen brauchen wir in Herbst und Winter“, sagt Montgomery und rät: „Freiwillig Maske tragen, wo auch immer viele Menschen zusammenkommen."

Vorbereitung auf sechste Omikron-Welle in Deutschland

Ähnlich wie bereits zuvor Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der bereits ankündigte, im Herbst wieder die Maskenpflicht-Option einzuführen, plädiert auch Montgomery zu vorbereitenden Maßnahmen auf eine mögliche sechste Omikron-Welle. Im Infektionsschutzgesetz müsse „der Werkzeugkasten“ erhalten bleiben und klar definiert werden. Dieser umschließe auch eine Maskenpflicht oder Lockdown-Maßnahmen.