Bauchschmerzen nach dem Essen: Dadurch entsteht der Schmerz – so geht er weg

Bei Bauchschmerzen nach dem Essen scheint der Auslöser klar: Man hat etwas Schlechtes, zu viel oder zu hastig gegessen. Hinter den Bauchschmerzen können sich jedoch auch andere Ursachen verbergen – besonders, wenn sie regelmäßig auftreten.

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Gerade noch hat man einen leckeren Nudelauflauf genossen und schon schmerzt es im Bauch. Kommt es zu Bauchschmerzen nach dem Essen, gehen Betroffene zunächst davon aus, dass sie zu üppig oder zu schwer gegessen haben. Oft können die Schmerzen tatsächlich auf diese Ursachen zurückgeführt werden. Andere mögliche Auslöser sollten jedoch ebenso in Betracht gezogen werden – ganz besonders, wenn es regelmäßig zu Bauchweh nach dem Essen kommt. 

Bauchschmerzen nach dem Essen: Begleitsymptome

Bauchschmerzen können vielfältige Ursachen haben; dementsprechend können unterschiedliche Begleitsymptome zu den Schmerzen hinzukommen, die entweder einzeln oder in Kombination auftreten, wie etwa

Darüber hinaus können sich die Bauchschmerzen verschiedenartig äußern: sie können stechend, krampfartig, dumpf oder drückend sein, im Oberbauch, in der Mitte oder im Unterbauch auftreten.

Mögliche Ursachen von Bauchschmerzen nach Essen

Bauchschmerzen gehören zu den am häufigsten auftretenden Beschwerden beim Menschen. Der Grund dafür bleibt oft im Dunkeln. Leidet man regelmäßig darunter, kommen verschiedene Ursachen infrage. Häufig hat man schlichtweg zu viel oder zu üppig gegessen. Dann kommt es vor allem zu stechenden Bauchschmerzen nach dem Essen. Es können aber auch verschiedene Erkrankungen dahinterstecken.

Bauchkrämpfe nach Essen durch Erkrankungen

Bauchschmerzen können von verschiedenen Organen ausgehen und Symptom einer behandlungsbedürftigen Erkrankung sein. Zu den möglichen Ursachen gehören:

Anhand der Lokalisation und Begleitsymptomen lassen sich die möglichen Ursachen eingrenzen. So macht sich eine Magenschleimhautentzündung unter anderem durch Sodbrennen und Blähungen bemerkbar, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung wird meist von Übelkeit und Erbrechen begleitet, während bei Magenschwüren Völlegefühl und Appetitlosigkeit typisch ist.

Nach dem Essen Bauchschmerzen und Durchfall

Krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall direkt nach dem Essen sind typische Reaktionen des Körpers auf verdorbene Lebensmittel. Plötzlicher Stuhldrang signalisiert, dass sich der Körper dem Essen rasch entledigen möchte und deswegen die Verdauung beschleunigt. Häufig tritt Durchfall zusammen mit starker Übelkeit und Erbrechen auf. Bei einer Lebensmittelvergiftung können sich die Symptome direkt nach dem Verzehr oder erst mehrere Stunden danach entwickeln. Die Inkubationszeit (die Dauer von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch) kann sich jedoch auch über mehrere Tage erstrecken.

Bauchschmerzen nach fettigem oder scharfem Essen

Manche Speisen sind prädestiniert dafür, Bauchschmerzen auszulösen. Das gilt vor allem für sehr fettreiche und frittierte Lebensmittel. Denn sie sind schwer verdaulich und verbleiben so länger im Magen-Darm-Trakt, was sich in einem unangenehmen Völlegefühl und vermehrter Gasbildung äußert. Neben Bauchschmerzen kann auch Durchfall nach fettigem Essen auftreten. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Magen nicht alle Fettmoleküle vorverdaut hat, was mitunter auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder auf Gallensteine hinweisen kann. Je mehr Fett sich unverdaut im Darm befindet, desto flüssiger wird der Stuhl.

Auch scharfes Essen hat oft Bauchschmerzen zur Folge. Denn die Schärfe kann die Magenschleimhaut reizen und die Magensäureproduktion ankurbeln. Als lästige Begleitsymptome zeigen sich auch hier oftmals Durchfall sowie Sodbrennen und dadurch bedingte Schmerzen hinter dem Brustbein.

Bauchschmerzen nach Essen und aufgeblähter Bauch durch Rohkost

Auch einige scheinbar gesunde Lebensmittel kann der Körper nicht leicht verdauen. Dazu gehören grobkörniges Brot und Rohkost, vor allem roher Kohl und Zwiebelgewächse. Nach dem Verzehr kann es zu einem schmerzhaft aufgeblähten Bauch kommen, weil die enthaltenen Ballaststoffe teilweise unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort von Bakterien zersetzt werden. Ballaststoffe sind unverzichtbar für die Darmgesundheit – aber in unverdauter Form entstehen bei ihrer Zersetzung im Darm Gase wie Methan und Kohlendioxid, die neben einen Blähbauch auch Krämpfe und Verstopfung verursachen können.

Bauchweh nach dem Essen als Zeichen für Unverträglichkeit

Rebelliert der Bauch immer wieder nach dem Essen, kann dies auch ein Symptom für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Besonders häufig kommen Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fructose) und Klebereiweiß in Getreide (Gluten) vor. Bauchschmerzen signalisieren, dass der Darm Schwierigkeiten damit hat, diese Lebensmittelbestandteile zu verwerten. Ursächlich dafür ist ein Enzymmangel oder ein Enzymdefekt.

Begleitbeschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Juckreiz, Hautausschläge, aber auch allgemeine Abgeschlagenheit sind zusätzliche Indikatoren für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, den Auslöser der Unverträglichkeit ausfindig zu machen.

Unterbauchschmerzen nach dem Essen bei Reizdarm

Für regelmäßig auftretende Bauchschmerzen, für die keine organischen Auslöser gefunden werden können, kommt ein Reizdarm als Ursache in Betracht. Zu den Leitsymptomen gehören diffuse Schmerzen und Krämpfe vor allem im Unterbauch sowie ein veränderter Stuhlgang; entweder kommt es zu Verstopfung oder zu Durchfall, häufig begleitet von Übelkeit, Blähungen oder Völlegefühl.

Bauchschmerzen infolge des Reizdarmsyndroms machen sich vor allem nach dem Essen bemerkbar, vornehmlich im Magen sowie im Dick- und Dünndarm. Die Symptome verschlimmern sich durch Stress sowie durch ungesunde Ernährung und schwere Speisen. Da die Ursachen für das Reizdarmsyndrom nicht geklärt sind, gibt es keine ursächliche Behandlung. Als Auslöser vermuten Experten jedoch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine ballaststoffarme Ernährung.

Nach jedem Essen Bauchschmerzen: Stress aus Auslöser

Nicht immer ist das Essen Ursache für die Bauschmerzen, sondern lediglich Auslöser oder verstärkender Faktor. Reagiert der Bauch plötzlich bei jeder Mahlzeit mit Schmerzen und Krämpfen, kann das eine Folge von Stress sein. Denn Stress hat aufgrund des sogenannten „Bauchhirns“ – der Verbindung zwischen Gehirn und Verdauungstrakt – direkte Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.

Über den Vagusnerv, der vom Gehirn über den Hals bis zum Bauch reicht, werden Signale hin- und her gesendet. Dadurch reagiert der Bauch auf psychische Belastungen und Stress. Zudem bremsen Stresshormone die Verdauung, was Bauchschmerzen nach dem Essen begünstigt. Zusätzlich fördern sie Heißhungerattacken, was dazu führt, dass man eher zu ungesunden Lebensmitteln greift und zu viel isst.

Gut zu wissen

Chronischer Stress erhöht das Risiko für verschiedene Magen-Darm-Beschwerden und -Erkrankungen. So begünstigt Stress Reflux, Magenschleimhautentzündungen und Geschwüre. Das liegt vor allem daran, dass die Stresshormone Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin zu einer erhöhten Magensäureproduktion beitragen.

Starke Bauchschmerzen nach dem Essen – wann zum Arzt?

Extreme Bauchschmerzen nach dem Essen, die nicht aufhören oder gar immer stärker werden und von Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Blut im Stuhl und/oder Atemnot begleitet werden, sind ein Fall für den Notarzt. Durch derartige Symptome können sich nämlich lebensbedrohliche Erkrankungen äußern. Möglich ist ein Darmverschluss oder eine Bauchfellentzündung. Die vermeintlichen (Ober-)Bauchschmerzen können zudem vom Herzen ausgehen und Symptom eines Herzinfarkts sein.

Bei häufig auftretenden Schmerzen nach dem Essen sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Erkrankungen oder Unverträglichkeiten auszuschließen. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der im Zweifel auf einen Gastroenterologen weiter verweist.

Was hilft gegen Bauchschmerzen nach Essen? Hausmittel als natürliche Hilfe

In Fällen, in denen die Bauchschmerzen nicht krankheitsbedingt sind, können im Akutfall Hausmittel Abhilfe schaffen. Besonders Kräutertees sind bei Verdauungsbeschwerden eine gute Wahl: Kamille beruhigt den gereizten Magen, Fenchel und Kümmel wirken entkrampfend, Anis wirkt Blähungen und Völlegefühl entgegen und Salbei hilft bei Bauchschmerzen mit Durchfall. Schwarzer Tee zeigt aufgrund der darin enthaltenen Gerbstoffe ebenfalls eine Wirkung bei Bauchschmerzen mit Durchfall.

Eine entkrampfende und schmerzstillende Wirkung lässt sich zudem mit Wärmebehandlungen auf dem Bauch erzielen, da Wärme die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt fördert. Dafür eignen sich Wärmekissen oder feucht-warme Auflagen, die für mindestens zehn Minuten auf den Bauch gelegt werden.

Bei Bauchschmerzen nach fettigem Essen kann vor allem ein Hausmittel schnell Linderung verschaffen: Artischocken regen wegen des enthaltenen Bitterstoffs Cynarin die Bauchspeicheldrüse und die Leber an und unterstützen dadurch die Fettverdauung. Wer keine frische Artischocke essen möchte, kann Artischockensaft oder -tabletten verwenden (in Reformhaus und Apotheke erhältlich).

Bauchschmerzen nach dem Essen vorbeugen

Bauchschmerzen nach dem Essen lassen sich oftmals vermeiden, wenn die Ursache nicht auf eine Erkrankung zurückgeht, sondern auf äußere Faktoren wie die Ernährung oder die Lebensweise:

  • Ein Glas stilles Wasser vor dem Essen kann im Zweifel Bauchschmerzen verhindern. Denn zum einen bewirkt Wasser, dass sich das Sättigungsgefühl früher einstellt, sodass man beim Essen nicht über die Stränge schlägt. Zum anderen regt es die Darmbewegungen an.

  • Kaffee und Alkohol können den Magen reizen und Bauchschmerzen nach dem Essen verursachen oder verschlimmern. Deswegen ist es ratsam, den Konsum zumindest stark einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten.

  • Greifen Sie zu leicht verdaulicher Schonkost, zum Beispiel Kartoffeln, Reis, Gemüse, reife Früchte, magerer Fisch (Seelachs, Scholl, Kabeljau, etc.) und fettarmer Joghurt.

  • Nehmen Sie sich Zeit für das Essen und kauen Sie alles gründlich durch. Dadurch nehmen Sie Ihrem Magen bei der Verdauung viel Arbeit ab.

  • Essen Sie fünf kleinere Mahlzeiten anstatt drei große Mahlzeiten, um den Magen nicht zu sehr zu belasten.

  • Körperliche Betätigung ist nicht nur eine gute Methode, um stressbedingte Bauchschmerzen nach dem Essen vorzubeugen – Bewegung fördert auch die Durchblutung und wirkt so entspannend und entkrampfend auf die Muskeln im Magen- und Darmtrakt.

Quellen
  • Woher kommen Bauchschmerzen?, in: internisten-im-netz.de
  • Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum, in: gastro-liga.de
  • Unklare Bauchschmerzen, in: meoclinic.de