Alzheimer-Risiko senken: Diese Impfung soll es ermöglichen

Alzheimer gilt als unheilbar. Doch kann der Ausbruch der Erkrankung jetzt mit einer Impfung verhindert werden? In einer neuen Studie haben Forschende den Zusammenhang zwischen einer Demenz und Virusinfektionen hergestellt. Die Details im Überblick.

Bilder eines Gehirnscans und eine Spritze
Kann der Ausbruch von Alzheimer in Zukunft mit einer Impfung verhindert werden? Foto: iStock/Liuhsihsiang

Allein in Deutschland leiden über 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer, der häufigsten Form von Demenz. Bislang ist es Forschenden nicht gelungen, ein Medikament zu entwickeln, dass die Krankheit vollständig heilt – lediglich der Prozess kann heute verlangsamt werden. Eine neue Studie macht nun Hoffnung, dass der Ausbruch von Alzheimer mit der Impfung gegen eine ganz andere Krankheit verhindert werden kann. Welche das ist und worauf es jetzt ankommt.

Alzheimer-Forschung läuft auf Hochtouren

Zu neurodegenerativen Krankheiten zählen Erkrankungen des Nervensystems, bei denen die Nervenzellen fortschreitend verloren gehen, wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose. Weltweit leiden etwa 35 Millionen Menschen unter einer neurodegenerativen Krankheit, häufig tritt sie bei Menschen höheren Alters auf. Die erschreckende Gemeinsamkeit der Erkrankungen: Sie sind (noch) nicht heilbar. Forschende arbeiten seit langem und immer wieder an Medikamenten und Impfstoffen, die die Krankheiten schon frühzeitig verhindern können, beziehungsweise den Prozess verlangsamen sollen.

Eine neue Korrelationsstudie hat nun den Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Virusinfektionen hergestellt – ist das der große Durchbruch?

Neue Ursache für Alzheimer gefunden?

Für ihre Studie untersuchten die Forschenden insgesamt 800.000 Daten aus zwei Biodatenbanken, eine davon aus Finnland und eine aus dem Vereinigten Königreich. 15 Jahre lang forschte das Team an möglichen Ursachen für neurodegenerative Erkrankungen. Das Ergebnis: Wer eine Virusinfektion hatte, hat noch bis zu 15 Jahren ein erhöhtes Risiko, an einer neurodegenerativen Krankheit zu erkranken. Besonders drei Infektionen waren laut den Forschenden auffällig.

Neurodegenerative Krankheiten hängen oft mit diesen drei Infektionen zusammen

In der Korrelationsstudie wurde der Zusammenhang zwischen einer Grippe und neurodegenerativen Erkrankungen hergestellt: In vier von fünf Fällen trat vor der Krankheit eine schwere Influenza-Infektion sowohl mit als auch ohne eine Lungenentzündung auf. Grundsätzlich war das Risiko nach Influenza, einer viralen Lungenentzündung und nach viraler Enzephalitis erhöht, neurodegenerativ zu erkranken. Am wahrscheinlichsten soll eine Erkrankung sein, wenn die Patient:innen in dem Jahr vor der Diagnose unter einer solchen Virusinfektion litten. Bei sechs Paarungen wurde sogar ein Zusammenhang bis zu 15 Jahre vor der Diagnose hergestellt!

Diese Impfung soll das Alzheimer-Risiko künftig minimieren

Während es gegen Alzheimer noch keinen Impfstoff gibt, können sich Menschen gegen Virusinfektionen immunisieren lassen. Eine jährliche Impfung gegen das Influenzavirus empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken jeden Alters, Schwangeren und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen. Mit dem in der Studie hergestellten Zusammenhang betonen die Forschenden, dass Impfungen wie die Grippeimpfung zur Prävention von neurodegenerativen Erkrankungen beitragen können.

Auch andere Wissenschaftler:innen untersuchen die Korrelation zwischen Virusinfektionen und degenerativen Krankheiten. Bislang ist der Status quo, dass Impfungen gegen Virusinfektionen ein möglicher Schutz vor degenerativen Erkrankungen darstellen könnten, es jedoch noch weitere Studien für einen ganz sicheren Rückschluss bedarf.

Quelle:

Virus exposure and neurodegenerative disease risk across national biobanks, in: cell.com