4 Millionen Deutsche betroffen: Neue Behandlung bei Herzschwäche

Es wird in der Medizin als echter Meilenstein gefeiert: Forscher:innen haben eine neue Behandlungsmöglichkeit bei Herzschwäche entwickelt. Das Beste: Sie ist sogar sehr viel weniger kostenintensiv.

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Eine Herzinsuffizienz gehört mit rund vier Millionen Betroffenen zu einer der häufigsten Krankheiten weltweit. Allein in Deutschland leidet etwa jeder 20. darunter. Doch die Behandlungsmöglichkeiten der Volkskrankheit sind begrenzt. Eine Herzschwäche gilt in der Regel als unheilbar. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Das Problem dabei: Bis zur Diagnose dauert es in der Regel ziemlich lange, da die Symptome bei Herzschwäche gar nicht so leicht der Herzinsuffizienz zuzuordnen sind.

Herzschwäche an diesen Symptomen erkennen

Darunter fallen unter anderem Beschwerden wie:

  • Erschöpfung

  • Leistungsschwäche

  • Herzrasen

  • Husten

  • nächtlicher Harndrang

  • oder Schwindelgefühl.

Alles zweifelsfrei Symptome, die auch auf viele andere Krankheiten zutreffen. Spezifischer wird es, leidet der Betroffene auch unter Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Blutarmut oder Rasselgeräuschen beim Atmen.

Betroffene sollten sich bei Auftreten der Symptome in jedem Fall in ärztliche Behandlung begeben. Denn unbehandelt kann sich der Zustand stetig verschlechtern und im schlimmsten Fall droht Lebensgefahr.

Herzschwäche behandeln: Neue Methode verschafft Linderung

In der Regel wird eine Herzschwäche mit Medikamenten behandelt. Und genau hier gibt es nun einen neuen Ansatz. In einer Pressemitteilung des Belgischen Kompetenzzentrums für das Gesundheitswesen (KCE) informieren die Expert:innen über eine neue Behandlungsmethode.  Diese besteht aus einer Kombination von verschiedenen harntreibenden Medikamenten, sogenannten Diuretika. Diese sollen dabei helfen, dass durch die Herzschwäche angesammelte, überflüssige Wasser aus dem Gewebe zu schwemmen. So soll das Herz bei der Arbeit entlastet werden.

Diuretika werden bereits bei der Behandlung von Herzinsuffizienz eingesetzt, nun gibt es jedoch einen neuen Kombinationsansatz.

Studie zeigt: Diese Medikamenten-Kombination hilft bei Herzschwäche

Hierfür haben die Forscher:innen im Rahmen von Forschungsarbeiten über 500 Herz-Patient:innen aus 27 verschiedenen Einrichtungen untersucht. Die Hälfte von ihnen erhielt ein herkömmliches Diuretikum in Kombination mit einem Placebo. Die andere Hälfte ebenfalls ein herkömmliches Diuretikum, allerdings in Kombination mit dem Medikament Acetazolamid – ein Diuretikum, welches kaum verwendet wird und bisher nur zur Behandlung von grünem Star eingesetzt wurde.

Das Ergebnis: Die Kombination von einem herkömmlichen Diuretikum in Verbindung mit Acetazolamid wirkte wesentlich besser bei der Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit, im Vergleich zur anderen Gruppe. Die Patient:innen konnten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Professor Wilfried Mullens, Spezialist für Herzinsuffizienz, zeigte sich begeistert angesichts der Studienergebnisse. Denn nicht nur, dass die Behandlungsmöglichkeit besonders einfach anzuwenden sei, das Medikament Acetazolamid sei zudem auch noch sehr kostengünstig.